Ausstellungstipp: Johann Erdmann Hummel in der Alten Nationalgalerie, noch bis 20.02.2022

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus – in diesem Fall sind es aber nicht nur kunstvoll gemalte Schatten, sondern auch spektakuläre Spiegelungen, die es aktuell in der Alten Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel zu bestaunen gibt. Zur Meisterschaft perfektioniert hat der im Jahr 1769 in Kassel geborene Künstler Johann Erdmann Hummel diese Technik in seinen Darstellungen der Granitschale im Berliner Lustgarten. Kein Wunder, dass auch E.T.A. Hoffmann von diesem Künstler fasziniert war, der in seinen Gemälden die Gesetze der visuellen Wahrnehmung untersuchte wie Hoffmann in seinen Erzählungen. Leider starb Hoffmann zu früh, so dass er die Perfektion der gemalten Reflexion an der Granitschale nicht bewundern konnte. In der Berliner Kunstausstellung 1814 sieht er dagegen Hummels Gemälde „Gesellschaft in einer italienischen Lokanda“: Diese Bildkomposition berührt Hoffmann so sehr, dass sie ihn zu seiner Erzählung „Die Fermate“ inspiriert.

Johann Erdmann Hummel, Gesellschaft in einer italienischen Locanda (Die Fermate), um 1814, Öl auf Leinwand, © Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek, München


Heute ist das Bild im Besitz der Neuen Pinakothek München. Noch bis zum 20.02.2022 kann es von allen Hummel- und Hoffmann-Fans in der Ausstellung „Magische Spiegelungen – Johann Erdmann Hummel“ in der Alten Nationalgalerie Berlin bewundert werden – als vorausgeworfener Schatten.

Denn ab dem 24. März wechselt das Gemälde in unsere große Ausstellung „Unheimlich Fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022“ ins Bibliotheksmuseum der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden. In welchem Zusammenhang wir es dort präsentieren werden, bleibt freilich noch ein Geheimnis. Aber so viel sei schon gesagt: Spiegelungen und Perspektivwechsel wird es dort in ganz anderer Form geben, erstaunliche Einblicke garantiert.



Die Ausstellung „Unheimlich Fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch die LOTTO-Stiftung Berlin, die Wüstenrot Stiftung, die Kulturinitiative „experimente#digital“ der Aventis Foundation, den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Oberfrankenstiftung, die Stiftung Preußische Seehandlung sowie die Stiftung Joseph Breitbach.

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