Vorstellungen von neuen Erwerbungen der Staatsbibliothek

Das fremde Kind © Ina Kancheva. Illustriert von Katina Vasileva Peeva

Die erste bulgarische Übersetzung der Erzählung „Das fremde Kind“

Ganz neu im Bestand – und daher momentan leider noch im Geschäftsgang – ist die erste bulgarische Ausgabe von Hoffmanns Kunstmärchen Das fremde Kind, die im Juni 2019 als Kooperation der Cultural Perspectives Foundation mit dem Enthusiast-Verlag in Sofia erschien.

Den Text übersetzte der bulgarische Germanist und Linguist Prof. Boris Parashkevov. Die Künstlerin Katina Vasileva Peeva bebilderte den Band liebevoll mit vielen ganzseitigen Illustrationen. Die in gedeckten Tönen gehaltenen Zeichnungen nehmen die Handlung des Märchens auf und spiegeln dabei die phantastische Welt Hoffmanns wider.

Diese Ausgabe ist nicht nur etwas für die Augen sondern auch für die Ohren: Das Buch ist Teil der Reihe Musik im Buch, in der Hörstücke zu den Veröffentlichungen über die Webseite des Verlags zur Verfügung gestellt werden (der jeweilige Zugangscode befindet sich im Buch).

Das Hörbuch zu Das fremde Kind beinhaltet eine Lesung des bulgarisch-deutschen Schauspielers Samuel Finzi. Sein Beitrag wird zum einem um eine Komposition des bulgarischen DJs und Konzeptkünstlers Ivan Shopov ergänzt, der Motive aus Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen interpretiert, zum anderen werden Motive aus Hoffmanns Quintette für Streicher und Harfe unterlegt, neu arrangiert und interpretiert von Georgi Strezov und Simeon Eduard. (Ausschnitt aus der Barcarolle 3. Akt aus Offenbachs Hoffmanns Erzählungen in YouTube)

 

Vorlage

Die deutsche Erstausgabe von Das fremde Kind erschien 1817 in der Sammlung Kinder-Märchen im Reimer Verlag Berlin, 1819 noch einmal im 2. Band der Sammlung Serapionsbrüder des gleichen Verlags.

 

Erika Landertingers Lithographien zum Nussknacker

Im Frühjahr dieses Jahres erwarb die Staatsbibliothek zu Berlin für das E.T.A. Hoffmann Archiv das Künstlerbuch Der Nussknacker: Illustrationen zum Ballett nach P. I. Tschaikowsky von Erika Landertinger.

Kostüm- und Bühnenbildnerin

Die gebürtige Salzburgerin Erika Landertinger studierte am dortigen Mozarteum sowie an der Wiener Akademie der Bildenden Künste Kostüm- und Bühnenbild; im Anschluss verantwortete sie als freischaffende Kostümbildnerin über 200 Theaterproduktionen. Im Jahr 1995  übernahm sie eine Gastprofessur in Amsterdam, seit 2003 lehrt sie an der Toneelacademie in Maastricht. Seit vielen Jahren gestaltet sie zudem für das Theater und Orchester Heidelberg Kostüme – in dieser Saison für Franz Lehars Operette Die lustige Witwe sowie Carlo Goldonis Bühnenstück Der Diener zweier Herren. Neben ihrer Tätigkeit als Kostüm- und Bühnenbildnerin arbeitet Erika Landertinger zudem als bildende Künstlerin.

Erika Landertinger: Der Nussknacker. Salzburg 2007 © Erika Landertinger

Das Künstlerbuch

Ihre Mitarbeit an der Theaterproduktion zu Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker am Koblenzer Stadttheater inspirierte sie zu der Umsetzung des Bühnenstoffes in Lithographien. Die farbenfrohen Steindrucke auf Büttenpapier wurden in einer Auflage von zwölf Stück von Thomas Franke in der Neuhauser Kunstmühle in Salzburg im Jahr 2007 gestaltet und gedruckt. Der Deckel ist mit einer doppelblattgroßen Lithographie bezogen. Der Titel und der Druckvermerk wurden nach der Handschrift der Künstlerin gestaltet.

Die Vorlage

Das Ballett Der Nussknacker von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) gehört weltweit zu den populärsten Ballettstücken (op. 71 – Ballett in 2 Akten, Libretto: M. Petipa). Tschaikowski vertonte dabei aus E.T.A. Hoffmanns Sammlung Serapionsbrüder (Berlin 1816) die Geschichte Nussknacker und Mausekönig in der Bearbeitung von Alexandre Dumas dem Älteren (1802-1870) aus dem Jahr 1845.

Der Band befindet sich momentan in der restauratorischen Bearbeitung. Er kann demnächst für den Lesesaal der Abteilung Historische Drucke bestellt werden.

Wilhelm Heise: Kolorierte Handdrucke

Originalillustrationen von Wilhelm Heise erworben

Im April 2019 hat die Staatsbibliothek zu Berlin aus Privatbesitz eine Mappe mit zehn Originalillustrationen des deutschen Künstlers Wilhelm Heise zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ erworben. Sie wird derzeit in den Bestand der Kinder- und Jugendbuchabteilung eingearbeitet.

Ausbildung in Kunstakademie und Buchgewerbe

Erst nach seiner Schulzeit in Metz und einer kaufmännischen Ausbildung entdeckte Wilhelm Heise (1892–1965) die Malerei für sich und schuf erste impressionistische Bilder. Er folgte dem Impressionisten Hans Olde von Weimar 1912 an die Kunstakademie Kassel und erhielt durch dessen Vermittlung ein Stipendium für eine Ausbildung im Buchgewerbe in Berlin und Leipzig. Dort spezialisierte er sich auf künstlerische Buchgestaltung. Nach einer kriegsbedingten schöpferischen Pause und einer kurzen Ehe mit Lisa Schmidt (1916–1919) fertigte Heise erste expressionistische Buchillustrationen in seinem Atelier in München, zu denen auch die Federzeichnungen zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ gehören, auf denen die neu erworbenen kolorierten Handdrucke beruhen.

Ziffernblätter, Steinstiche und Leitungsfunktionen

1920 machte Heise mit bemalten Ziffernblättern auf sich aufmerksam, die er exklusiv für einen Uhrenhändler zum Export in die USA herstellte. In seinen produktivsten Jahren zwischen 1924 und 1936 schuf Heise bedeutende graphische Arbeiten wie seine Steinstiche ‚Nächtliche Blumenstücke‘, die in zahlreichen Museen im In- und Ausland zu sehen sind. Ab 1937 wirkte er vor allem als Lehrer, zunächst in Königsberg, später in Frankfurt am Main, wo er 1946 die Leitung der Städelschule übernahm, und schließlich an der Münchner Akademie der bildenden Künste. Im September 1965 nahm Heise sich in München das Leben (→ vgl. Wikipedia-Eintrag zu Wilhelm Heise).

Federzeichnungen für einen signierten Pressendruck

Die Illustrationen zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ schuf Heise 1919 für eine bibliophile Ausgabe der Kriminalnovelle, die 1920 im Hyperionverlag in München erschien. Die als hochwertiger Pressendruck bei Knorr & Hirth hergestellte Ausgabe besteht aus nur fünfzig Exemplaren, die auf echtes Bütten abgezogen und vom Künstler koloriert und signiert wurden. Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt neben den neu erworbenen Originalillustrationen auch das handsignierte nummerierte Exemplar Nr. 45 des Pressendrucks.

Da die Handdrucke noch urheberrechtlich geschützt sind, dürfen sie online nicht gezeigt werden. Interessierte können aber sowohl die Mappe mit den Handdrucken (im Haus am Westhafen) als auch die bibliophile Hyperion-Ausgabe (im Haus Unter den Linden) vor Ort einsehen.

Neuerscheinung: E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften

 

E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften. Herausgegeben von Tiziana Corda / Jörg Petzel. Würzburg: Königshausen & Neumann 2018. 168 S.

Ende Dezember 2018 erschien der Tagungsband E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften.

Der Band enthält elf überarbeitete Vorträge namhafter Germanisten und Komparatisten, die 2017 bei der Berliner Tagung E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften referiert haben. Die Beiträge eröffneten neue, interessante Erkenntnisse und Anregungen über E.T.A. Hoffmanns Literarisierung von deutschen und italienischen Landschaften und Städten – Berlin, Rom, Neapel.

Berlin, das in mehreren Erzählungen – von Ritter Gluck über Das öde Haus bis hin zu Des Vetters Eckfenster – die historische Kulisse für Hoffmanns Stadtbeschreibungen darstellt, wird in allen Facetten beleuchtet.

Die preußische Hauptstadt, die um 1800 mit ihrem rasanten Bevölkerungswachstum zum beliebten Reiseziel wurde, erscheint in Hoffmanns Werk als Mikrokosmos und als Bündelung der Vielfalt auf kleinem Raum. Die Großstadt im Umbruch wird mit seinen düsteren und hellen Bruchstücken dargestellt. Gespensterhäuser (Das öde Haus), Weinkeller (Die Brautwahl), Gartenlokale (Ritter Gluck, Aus dem Leben dreier Freunde) mit einem bürgerlichen Publikum und grotesk wirkenden Außenseitern bilden das neue Szenario dieser Stadt. Der Antisemitismus, der sich seit den Befreiungskriegen gegen Napoleon in Preußen ausgebreitet hatte und der ein wichtiges Motiv in Erzählungen wie Die Brautwahl, Die Irrungen / Die Geheimnisse ist, wird unter Einbeziehung antisemitischer Literatur wie Carl Sessas Stück Unser Verkehr sowie Wilhelm d’Elpons Erzählung Herz der Große beleuchtet.

Anders als viele seiner Zeitgenossen ist Hoffmann bekanntlich nie in Italien gewesen und musste, mangels eigener Erlebnisse und Erfahrungen, mit zeitgenössischen Quellenwerken arbeiten. Die Stadt Rom fasziniert Hoffmann als teatro mundi und wird in seinen Erzählungen Prinzessin Brambilla und Signor Formica mithilfe literarischer Quellen wie u.a. Reisen eines Deutschen in Italien von Karl Philipp Moritz und Das Römische Carneval von Johann v. Goethe zum Schauplatz theatralischer Inszenierungen.

Kaum eine andere italienische Stadt ist in Hoffmanns Werk so präsent und so strukturprägend wie Neapel, die Stadt unter dem Vulkan. Das italienische Lokalkolorit und vor allem die für die Zeit typische und klischeehafte dargestellte Italianität besitzen in einigen Erzählungen (Ignaz Denner, Kater Murr) eine neapolitanische Prägung, die sich als ausschweifende heidnische Lebensart offenbart.

Der einführende Beitrag dieses Tagungsbandes Unter dem Vulkan. Goethe, de Sade, E.T.A. Hoffmann vermittelt die Faszination für den Vesuv als mysteriös-unheimliche Brutstätte und betont zugleich den interdisziplinären Charakter.

Im Kontrast zu Hoffmann und seinem Werk kommen in zwei Beiträgen auch italienische und deutsche Dichter zu Wort, die lange oder zeitweilig in Italien lebten.

Ludwig Tieck unternahm von Sommer 1805 bis Sommer 1806 ein romantisches Wandern von Stadt zu Stadt; die berühmten Städte auf seinem Hin- und Rückweg – Venedig, Bologna, Florenz, Rom – hat er in seinen Reisegedichte[n] eines Kranken gewürdigt.

Alessandro Manzoni hat hingegen die Metropole Norditaliens, Mailand, als Ort der Handlung für seinen berühmten historischen Roman I Promessi Sposi (erste Fassung 1827) gewählt: die konkrete, rationale Stadtbeschreibung löst sich von der romantischen Topografie und kündigt bereits den literarischen Realismus an.

 

Inhaltsverzeichnis

Patrizio Collini (Florenz): Unter dem Vulkan: Hoffmann, Sade, Goethe

Matteo Galli (Ferrara): Effet du réel und inemendabilità: Realismus reloaded bei E.T A. Hoffmann

Joachim Küpper (Berlin): Das Mailand von Manzonis I Promessi Sposi

Tiziana Corda (Berlin): Rom als Schauplatz des theatralischen Erzählens: Signor Formica und Prinzessin Brambilla

Elena Agazzi (Bergamo): Das öde Haus im Zeichen der Fledermaus. Stadtgeschichten, Landgeschichten

Walter Schmitz (Dresden): Ludwig Tieck: Stadtbilder – Stadtentwurf – Stadtwirklichkeit

Elena Giovannini (Bologna):E.T.A. Hoffmanns Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde: düstere und helle Bruchstücke der Großstadt Berlin

Klaus Deterding (Berlin): Hoffmann, der Türmer

Giulia Ferro Milone (Verona): Weiblichkeitskonstruktionen in E.T.A. Hoffmanns Lebens-Ansichten des Katers Murr und Meister Floh

Jörg Petzel (Berlin): Antijüdische Affekte oder vermeintlicher Antijudaismus in E.T.A. Hoffmanns späten Almanach-Erzählungen

Claudia Albert (Berlin): Von der Brambilla zur Branzilla. Kunst und Künste in kleinen wie großen italienischen Städten

 

Gastbeitrag von Frau Dr. Tiziana Corda, Berlin

Mehr zur E.T.A. Hoffmann-Rezeption in Italien

„Na, ich hoffe, auch für die ELIXIERE kommt Zeit, kommt Rat.“ – Teilnachlass von Fritz Fischer erworben

Anfang 2018 erwarb die Handschriftenabteilung eine reich illustrierte Brieffolge des Zeichners und Buchillustrators Fritz Fischer an den Buchautor Georg Schneider. Fritz Fischer war einer der wichtigsten deutschen Buchillustratoren, der unter anderem für Brockhaus, Reclam, List und Insel arbeitete.

Fritz Fischer (*1911 Unterwiesental, +1968 München) studierte an der TH Dresden und an der Kunstakademie Leipzig, arbeitete als Pressezeichner für die Neue Leipziger Zeitung und schließlich als freier Illustrator. Neben Zeichnungen zu Werken von Wilhelm Hauff, der Brüder Grimm oder Edgar Allen Poe schuf er Illustrationen zu zahlreichen Werken Hoffmanns.

Der Teilnachlass enthält 87 eigenhändige Briefe, 10 eigenhändige Postkarten und 59 eigenhändige Umschläge mit insgesamt 135 Federzeichnungen, ferner eine Todesanzeige der Familie Fischer, verschiedene masch. Briefe von Verlagen und einen masch. Brief des Kunsthistorikers Martin Gosebruch (1919-1992) mit einer Kritik an der FAZ.

Faszinierend an Fischers künstlerischer Herangehensweise ist die enge Verbindung von Text und Bild. So schrieb Fischer die Werke vollständig ab, um sich mit dem literarischen Text auseinanderzusetzen, und schuf im Zusammenspiel von geschriebenem Text und eingearbeiteten Bildern und Bilderfolgen ein einzigartiges Gesamtkunstwerk. Diese Textbilder (oder Bildtexte) finden allerdings nur schlecht ihre Entsprechung in gedruckten Büchern, sodass viele seiner Werke leider unveröffentlicht blieben.

Der Teilnachlass gibt detaillierte Einblicke in das buchillustratorische Werk und den künstlerischen Schaffensprozess Fischers. So beschreibt er im Briefwechsel ausführlich die verschiedensten Buchprojekte und vermittelt einen lebendigen Eindruck davon, wie er sich mit zahlreichen Skizzen und Vorzeichnungen den jeweiligen Sujets nähert. Fast jedes Schreiben und jeden Briefumschlag versieht Fischer liebevoll mit Illustrationen, zum Versiegeln verwendet er Zeichnungen auf kleinen Papierstücken, die er auf die Umschlaglasche klebt.

Umschlag aus dem Teilnachlass Fritz Fischers. In Copyright.

Die Leser*innen erfahren aus der Brieffolge auch, wie sich Fischer über den Verleger der von ihm illustrierten Ausgabe des Fräulein von Scuderi ärgert und welche Schwierigkeiten er mit seinen Illustrationen zu den Elixieren des Teufels hatte, denn an E.T.A. Hoffmann trauten sich die Verleger nicht so recht ran.

Briefwechsel aus dem Teilnachlass Fritz Fischers. In Copyright.

Besonders amüsant liest sich Fischers Bericht über die Entführung von Gartenzwergen („In den Staub mit allen Feinden der Gartenzwerge!“), bei dem man hin- und hergerissen ist, ob man es bei dem Autor mit einem Fanatiker oder schärfsten Ironiker zu tun hat.

 

 

„Renne, lausche/Blüten singen“ – Helmut Krumpels Mappenwerk „Der goldne Topf“

Im Oktober konnte eine weitere künstlerische Bearbeitung des Werks Der goldne Topf für das Hoffmann-Archiv erworben werden. Es handelt sich um eine Mappe mit 69 teils farbigen Holzschnitten von Helmut Krumpel .

Helmut Krumpel (*1941 Wien) studierte in den 1960er Jahren an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und lebt als freischaffender Künstler in Niederösterreich.

Ersten Kontakt zu Hoffmanns Der goldne Topf hatte Helmut Krumpel bereits Ende der 1960er Jahre, seit dieser Zeit beschäftigt ihn auch das Thema Realität – Sehnsucht immer wieder.
Erste Tuschezeichnungen und Zeichnungen auf Schabkarton zu seiner Mappe Der goldne Topf entstanden allerdings erst im Jahr 2002. Insgesamt schuf Krumpel in den Jahren 2003/2004 zu jeder Vigilie ein Titelblatt sowie weitere drei Blätter mit jeweils zwei Holzschnitten; der Druck der insgesamt 69 Holzschnitte folgte in den Jahren 2004 bis 2007.

Die Titelblätter enthalten neben der Illustration poetische Hinweise, wie z.B. „renne, lausche/Blüten singen“, die, in Anspielung an die Schreibtätigkeit Anselmus‘ in der Bibliothek des Archivarius, zusätzlich in Farsi übersetzt sind. Begleitet wird die Mappe durch den Text  Der Prediger seines Bruders Christof Krumpel.

Im Feuerkranz – neue Illustration zum Kunstmärchen „Der goldne Topf“ erworben

Im Herbst erwarb die Kinder- und Jugendbuchabteilung für die E.T.A. Hoffmann-Sammlung das Bild Äquinoktial-Nacht von Kay Konrad. Die in Gouache gearbeitete Zeichnung gehört zu Konrads Zyklus Der goldne Topf (2004-2007), der insgesamt 13 Bilder umfasst. Der freischaffende Künstler Kay Konrad (*1952 Lensahn) studierte an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin und an der für Angewandte Kunst in Wien und beschäftigt sich immer wieder mit phantastischen und märchenhaften Themen. In Vorbereitung auf die Arbeit zum goldnen Topf reiste er eigens nach Dresden, um sich vor Ort inspirieren zu lassen. So fand er in der Sächsischen Schweiz den Schauplatz für seine Äquinoktial-Nacht  – die Szene der 5. Vigilie, in der Veronika der Rauerin vor die Stadttore Dresden folgt, um mit ihrer Hilfe Anselmus aus dem Zauberreich des Archivarius‘ Lindhorst zurückzugewinnen.

Neben dem Zyklus zum goldnen Topf schuf Konrad ein Triptychon zu Hoffmanns Werk Die Königsbraut (2007 bis 2009).

Christopher Clason (Hg.): E.T.A. Hoffmann. Transgressive Romanticism (Liverpool 2018)

Im Sommer 2018 erschien in der Reihe Romantic Configurations (Liverpool University Press) der Sammelband E.T.A. Hoffmann. Transgressive Romanticism. Der von Christopher Clason (Oakland University, USA) herausgegebene Band versammelt Beiträge von HoffmannforscherInnen aus den USA und Kanada mit aktuellen Perspektiven zum für Hoffmann so zentralen Thema der Transgression. Die Kapitel decken ein breites Spektrum des Hoffmanschen Werkes ab und untersuchen Hoffmanns Überschreitungen in der literarischen Beschäftigung mit Diskursen wie Recht und Wissenschaft, mit Blick auf Fragen der Repräsentation und Darstellung innerhalb und zwischen den Künsten, in den formsprengenden Märchen, und dem den Bildungsroman korrodierenden Humor des Kater Murr. Der Band hat unter Anderem zum Ziel, einem englischsprachigen akademischen Publikum die Vielfalt von E.T.A. Hoffmanns Werk nahe zu bringen, wird für deutsche HofmannistInnen aber ebenso von Interesse sein.

Christopher Clason (Hg.): E.T.A. Hoffmann. Transgressive Romanticism. Liverpool 2018. https://liverpooluniversitypress.co.uk/products/108277

Link zum Eintrag im Stabikat