aktuelle, kommende Tagungen

Call for Papers: E.T.A. Hoffmann Forschungsforum “Junge E.T.A. Hoffmann-Forschung”

Online Nachwuchs-Forschungskolloqium für E.T.A. Hoffmann-Forscher:innen

29. Oktober 2021 | Einsendeschluss am 31. August 2021 (Verlängerung!)

Die E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft lädt, in Kooperation mit der Staatsbibliothek Bamberg, in diesem Jahr erstmals zu einem virtuellen Forschungsforum ein. Die Tagung ist für den 29. Oktober 2021 geplant und wird auf der Plattform Zoom stattfinden. Sie richtet sich vor allem an Master- und Promotionsstudierende sowie fortgeschrittene Bachelorstudierende, die ihre Forschung zu E.T.A. Hoffmann präsentieren wollen.

Vorgestellt werden können Abschluss- und Qualifikationsarbeiten, die sich mit E.T.A. Hoffmanns Person, seinem Werk oder seiner Rezeption befassen. Um an dem E.T.A.-Hoffmann-Forschungsforum teilzunehmen, genügt bei Interesse ein maximal 1-seitiges Exposé Ihres Projekts sowie eine kurze biographische Notiz.

Einsendeschluss ist der 31. August 2021 (Verlängerung!). Alle Einsendungen sowie inhaltliche und organisatorische Fragen richten Sie bitte an Dennis Schäfer (dennis.schaefer@princeton.edu).

Den kompletten Call for Papers finden Sie hier.

 

Digitale Ringvorlesung: Romantische Ökologien

Eine von der Allianz der Rhein-Main-Universitäten geförderte Initiative unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Borgards (Neuere deutsche Literatur, GU Frankfurt), Prof. Dr. Frederike Middelhoff (Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung, GU Frankfurt), Prof. Dr. Barbara Thums (Neuere deutsche Literaturgeschichte, JGU Mainz):

Digitale Ringvorlesung im Sommersemester 2021, jeden Mittwoch 18:15 Uhr

Programm:

14.04.2021
Frederike Middelhoff (Frankfurt): Durch die Blume gesprochen. Ökologische Phytopoesien der Romantik

21.04.2021
Kate Rigby (Bath, UK): Sympoesie. Romantic Poetry, Environmental Protest, and Co-Creativity (Vortrag in englischer Sprache)

28.04.2021
Sabine Wilke (Seattle, US): Alexander von Humboldts Naturgemälde oder die Dramatisierung von Natur

05.05.2021
Ute Berns (Hamburg): Romantic Accelerations. Samuel Taylor Coleridge, Ecology and Steam-Technology (Vortrag in englischer Sprache)

12.05.2021
Roland Borgards (Frankfurt): „Jch erwachte zu einem süsen Leben im Schoos duftiger Büsche“. Autoökographien bei Karoline von Günderrode

19.05.2021
Heather Sullivan (San Antonio, US): The Dark Green: Plants, Romanticism, and the Early Anthropocene (Vortrag in englischer Sprache)

26.05.2021
Gregor Wedekind (Mainz): In, vor und mit der Natur. Ökologien romantischer Malerei bei Caspar David Friedrich

02.06.2021
Timothy Attanucci (Mainz): Romantische Geologie

09.06.2021

Rainer Emig (Mainz): John Clare – Romantiker und Ecocritic?

16.06.2021
Bernhard Malkmus (Newcastle, GB/Frankfurt):  „Vogel als Prophet“ (Robert Schumann). Romantik und die Leiblichkeit der Musik

23.06.2021
Timothy Morton (Houston, US): Close Encounters (Vortrag in englischer Sprache)

30.06.2021
Barbara Thums (Mainz): Methexis. Ökologie und Teilhabe in der Frühromantik

07.07.2021
Evelyn Gius (Darmstadt): Die Natur als Agens. Versuch einer computationellen Betrachtung romantischer Texte

14.07.2021
Christof Mauch (München): Romantische Illusion und Ernüchterung. Umwelt und Geschichte der Niagarafälle

 

Ausführlichere Informationen zur Teilnahme und Registrierung finden Sie u.a. auf der Website zur Romantikforschung an der Universität Frankfurt/M.

 

Call for Papers: New Approaches to Romanticism

Aufruf zur Einreichung von Beiträgen zum NASSR Graduate Blog und Beitritt zu einer Diskussionsgruppe.

Die NASSR Graduates Students Caucus (The Graduate Student Community of the North American Society for the Study of Romanticism) bietet Absolvent:innen und allen anderen Nachwuchswissenschaftler:innen, die zur Romantik forschen, die Möglichkeit, ihre Forschungsprojekte und Ideen auf ihrem Blog vorzustellen und zu diskutieren.

Willkommen sind Blog-Beiträge (400-600 Wörter) zu jeder Phase der Forschung. Die Einreichungen können Forschungsvorschläge, Abstracts oder kurze Essays enthalten, aber auch frühe Texte, die den Beginn einer Forschung widerspiegeln, z.B. einen Fragen-Katalog, erste Beobachtungen und Intuitionen. Eingereicht werden kann alles, was mit der eigenen Forschung verbunden ist, solange es die Form eines zum Nachdenken anregenden und gut ausgearbeiteten Blogeintrags annehmen kann. Durch die darauf folgende gegenseitige Einladung, sich dieses „Labor“ der Ideen anzusehen, will die Plattform Diskussionen und Reflexionen darüber anregen, wie Annäherungen an die Romantik auf intellektueller und persönlicher Ebene aussehen können. Um fachübergreifende Gespräche unter den Blog-Mitwirkenden zu fördern, ist sie offen für Einreichungen aus allen Disziplinen.

Nach ausreichender Anzahl von Bewerbungen wird eine Diskussionsgruppe gebildet, die aus den Blog-Mitwirkenden besteht, um für jedes Forschungsprojekt detailliertes Feedback zu geben.

Die Bewerbungen werden fortlaufend ab dem 1. Februar 2021 angenommen.

Den kompletten Call for Papers, die Richtlinien und Kontaktdaten für die Einreichung finden Sie direkt auf dem Blog NASSR Graduates Students Caucus.

Ausschreibung: Klaus Heyne-Preis zur Erforschung der Deutschen Romantik

In diesem Jahr wird die Goethe-Universität Frankfurt zum ersten Mal den Klaus Heyne-Preis zur Erforschung der Deutschen Romantik verleihen. Ermöglicht durch das Vermächtnis von Prof. Dr. Klaus Heyne (1937–2017) wird ein herausragender wissenschaftlicher Beitrag zur Romantikforschung dabei mit 15.000€ Preisgeld dotiert. Die Ausschreibung des Preises richtet sich an Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland in der Qualifikationsphase, deren Arbeiten einen innovativen Beitrag zur Erforschung der Deutschen Romantik leisten und ist auf keine Fachdisziplin festgelegt.

Zwei Drittel des Preisgeldes werden für die Konzeption, Organisation und Durchführung einer thematisch an die Romantikforschung anschließenden Tagung zur Verfügung gestellt, die im Jahr 2022 an der Goethe-Universität Frankfurt ausgerichtet werden soll.

Die Bewerbungsfrist ist der 14.03.2021.

Ausführliche Informationen zur Bewerbung und Kontaktdaten finden Sie auf der Website zur Romantikforschung an der Universität Frankfurt/M.

 

 

 

 

Call for Papers: E.T.A. Hoffmann (1822-2022): transdisziplinäre und transnationale Perspektivierungen

Vom 10. bis 12. März 2022 findet an der Universität J. Monnet, Saint-Étienne/Lyon eine internationale und interdisziplinäre Tagung zu E.T.A. Hoffmann statt unter dem Titel:

E.T.A. Hoffmann (1822-2022): transdisziplinäre und transnationale Perspektivierungen

Noch bis zum 31. Januar 2021 können Beitragsvorschläge an die Veranstalterinnen Ingrid Lacheny (Metz, CEGIL) und Patricia Viallet (Saint-Étienne, IHRIM) gesendet werden.

 

Call for Papers: puppen als seelenverwandte – bedeutung der eigenen puppe(n) in biographie und künstlerisch-literarischem werk

von Prof. Dr. Insa Fooken und Dr. Jana Mikota

Der vierte CfP der Zeitschrift denkste: puppe / jut a bit of: doll (de:do) ein multidisziplinäres Online-Journal für Mensch-Puppen-Diskurse (mit Peer-Review), hat den Themenschwerpunkt „Puppen als Seelenverwandte – Bedeutung der eigenen Puppe(n) in Biographie und künstlerisch-literarischem Werk“. Auch unabhängig vom Schwerpunkt können freie wissenschaftliche Beiträge sowie andere Text-Formate zum Schwerpunkt wie Essays, Interviews, Rezensionen etc. zu Mensch-Puppen-Aspekten eingereicht werden. Die ersten drei Ausgaben des Journals behandeln die Schwerpunktthemen „puppen in bedrohungsszenarien“, „puppen als miniaturen“ sowie als Doppelheft „puppen/dolls like mensch – puppen als künstliche menschen“; sie sind auf der Homepage des Journals abrufbar (https://denkste-puppe.info).

Mit dem Fokus auf die Bedeutung der eigenen Puppe(n) in Biographie und künstlerisch-literarischem Werk greift dieser Call ein Thema auf, das von der Forschung bislang kaum oder nur am Rande beachtet wurde: Die Rolle und Funktion, die (eigene) Puppen im Leben von Kunstschaffenden spielen, und der Einfluss solcher Puppen bzw. puppenähnlicher, anthropomorpher Wesen auf das künstlerische und/oder literarische Schaffen. Es geht somit sowohl um die Frage nach der Wirkung früher Puppenerfahrungen im späteren Schaffensprozess als auch um die Frage nach den möglichen (biographischen) Wurzeln und Zusammenhängen von Puppenmotiv und Puppen-Narrativen im künstlerisch-literarischen Werk. Puppen sind kongeniale, aber ambigue Seelenverwandte – ‚so wie‘ Mensch und doch anders. Ihre Affordanz als Übergangsobjekt im Lebensverlauf – als Verlebendigung, Symbolisierung und ‚tote‘ Materialität – ist ein wiederkehrendes Faszinosum zwischen Anfänglichkeit (Natalität) und Endlichkeit (Mortalität). Puppen fordern dazu auf, sich auf sich selbst und offen auf die Welt einzulassen. Puppenaffine Menschen reagieren darauf in zumeist einzigartiger Weise. All das gilt für den Besitz eigener Puppen, für selbst geschaffene genauso wie für zu eigen gemachte Puppen und Puppenwelten, seien sie literarisch, zeichnerisch, filmisch, theatral oder materiell-technisch aufbereitet (z. B. Pinocchio, Sandmännchen, Babar, Barbie, Augsburger Puppenkiste, Sesamstraße). Auch wenn Puppen mit Kindheit – Kindheitserfahrungen und Kindheitsfiktionen – symbolisch aufgeladen sind, reichen sie weit darüber hinaus. Transformiert in die Formen und Inhalte der späteren Werk-Ästhetik und künstlerischliterarischen Praxis stehen sie für Zukunftsentwürfe und Potenzialität, für das, was möglich war, möglich ist und/oder möglich (gewesen) wäre. Diese Zugänge zur Welt können destruktiv und abgründig sein, konstruktiv und integrierend, sie können heilen und retten, aber auch unbestimmt in der ambiguen und liminalen Schwebe eines Dazwischen verbleiben.

Der Call richtet sich an die verschiedensten disziplinären Theorie-, Forschungs- und Praxisfelder. Es geht darum, die oben angestellten Überlegungen als ein Echo eigener Puppenerfahrungen zu verstehen und ihre Auswirkungen in literarischen, künstlerisch-kulturellen, medialen, psychologisch-pädagogischen, aber auch materiell-technischen Zeugnissen und Arbeiten auszuleuchten. Die folgende arbiträre Auflistung deutet ein vielfältiges Spektrum möglicher „Fälle“ und „Puppenspuren“ beispielhaft an. Für den Bereich der Literatur seien genannt: Goethe, E.T.A. Hoffmann, Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Lou Andreas-Salomé, Bruno Schulz, Walter Benjamin, Alice Herdan-Zuckmayer, Kurt Tucholsky, Else Lasker-Schüler, Klaus Mann, Halldór Laxness, aber auch Yoko Tawada, Elena Ferrante und viele mehr, nicht zuletzt in der Kinder- und Jugendliteratur: Tonke Dragt besitzt Puppenhäuser, Tony Schumacher schaffte eine Fülle von Puppenillustrationen, das Umfeld der Augsburger Puppenkiste reicht von Max Kruse bis Thomas Hettche. Aus dem Bereich Kunst und Medien lassen sich nennen: Niki de Saint Phalle, Oskar Kokoschka, James Ensor, Hans Bellmer, Morton Bartlett, Michel Nedjar, Gudrun Brüne, Cindy Sherman, Elena Dorfman, aber auch Marc Hogencamp mit Marwencol. In Robert Zemeckis Filmen tauchen wiederholt Puppen und puppifizierte Objekte auf, Marlene Dietrich hatte ihre Puppen (fast) immer dabei und der deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn nahm das Sandmännchen mit ins Weltall.

Die (wissenschaftlichen) Beiträge sollen nicht mehr als 30.000 Zeichen umfassen. Andere Beitragsformen sollen in der Regel kürzer sein (5.000 – 15.000 Zeichen). Das angesprochene Themenspektrum ergibt sich aus den oben genannten Überlegungen. Bei allen Beiträgen soll auf interdisziplinäre Verständlichkeit geachtet werden. Die Texte können auf Deutsch oder Englisch als e-Datei beim Editorial Team (Prof. Dr. Insa Fooken, fooken@psychologie.uni-siegen.de und/oder Dr. Jana Mikota, mikota@germanistik.uni-siegen.de) eingereicht werden. Manuskriptrichtlinien sind auf der Homepage abrufbar. Angebote für einen Beitrag erbitten wir mit einer knappen Skizze (ca. 3.500 Zeichen) und einer Kurz-Vita bis 01. November 2020. Rückmeldungen zur Aufforderung, einen Beitrag einzureichen, erfolgen bis 01. Dezember 2020. Das endgültige Manuskript soll spätestens Mitte März 2021 vorliegen. Der geplante Erscheinungstermin ist Ende September 2021.

Call for Papers: E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 29 (2021)

Hg. im Auftrag der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft von Claudia Liebrand, Harald Neumeyer und Thomas Wortmann

Das E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch bietet ein Forum für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zum Werk E.T.A. Hoffmanns sowie zur Literatur und Kultur der (europäischen) Romantik. Ebenfalls publiziert werden Beiträge zur internationalen Rezeption Hoffmann’scher Texte in der Literatur der Gegenwart, aber auch in anderen Medien wie dem Theater, dem Film oder der Oper bzw. der Musik im Allgemeinen.

1992 als Nachfolger der Mitteilungen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft von Hartmut Steinecke, Franz Loquai und Steven Paul Scher begründet, entwickelte sich das Periodikum im Verlauf der letzten fünfundzwanzig Jahre zu einem der wichtigsten Publikationsorte für die internationale Hoffmann-Philologie. Aktuelle Herausgeber*innen sind Claudia Liebrand (Köln), Harald Neumeyer (Erlangen-Nürnberg) und Thomas Wortmann (Mannheim). Das Jahrbuch erscheint im Auftrag der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft beim Erich Schmidt Verlag Berlin; die Redaktion des Jahrbuchs ist am Lehrstuhl für Allgemeine Literaturwissenschaft und Medientheorie an der Universität zu Köln angesiedelt.

Für die Ausgabe 29 (2021) des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs werden Beiträge gesucht. Das thematische Feld ist dabei bewusst breit gehalten: Neben editionsphilologischen und literarhistorischen Beiträgen sind ebenso Texte erwünscht, die Hoffmanns literarisches, bildkünstlerisches und kompositorisches Werk auf der Basis aktueller literaturtheo­retischer Strömungen (Animal Studies, Ecocriticism, Gender und Queer studies, ANT, etc.) neu perspektivieren. Auch (medien-)komparatistische Beiträge sind willkommen, die Hoff­manns Arbei­ten in einen (welt-)literarischen Kontext setzen oder aber aktuelle Adaptionen Hoffmann’scher Texte in anderen Medien (im Theater, in der Oper, als Graphic Novel etc.) analysieren. Gesucht sind Beiträge, die sich außerhalb der ein­ge­laufenen Pfade der Forschung bewegen und Neues zu viel beforschten Texten zu sagen haben oder auch jene am Rande gelegenen Texte, Zeichnungen und Kompositionen Hoffmanns in den Blick nehmen, denen die Forschung bisher nur wenig Interesse entgegengebracht hat. Beiträge aus der Musikwissenschaft, der Theater- und Filmwissenschaft oder der Kunstgeschichte sind deshalb ebenfalls willkommen. Nachwuchswissenschaftler*innen sind explizit zur Einreichung von Beiträgen aufgerufen.

 

Aufsätze auf Deutsch und Englisch können bis zum 31. Januar 2021 an Prof. Dr. Claudia Liebrand (c.liebrand@uni-koeln.de) geschickt werden. Die Beiträge werden von den Herausgeber*innen und bei Bedarf durch die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates des Jahrbuchs geprüft. Eine Entscheidung über die Aufnahme erfolgt zeitnah.

Call for Applications: Romantikforschung – Netzwerk für Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase

Aktuelle Perspektiven der Romantikforschung | Theorien, Methoden, Lektüren

Netzwerk für Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase

Die internationale Romantikforschung floriert: Studien zu den Künsten, Kulturen und Wissenschaften, den Innovationen, Traditionen und Rezeptionen, der Poetik, Ästhetik und Medialität der Romantik haben Konjunktur.[1] Diese fachübergreifende Dynamik lässt sich nicht zuletzt auf den bemerkenswerten Umstand zurückführen, dass die Romantik gleich im doppelten Sinne als aktuell und relevant zu gelten hat. Denn zum einen kann sie als diejenige Epoche betrachtet werden, deren philosophische, künstlerische, wissenschaftliche und soziale Ansätze bis in die Gegenwart fortwirken. Nachverfolgen lässt sich dieses Echo von der experimentellen Erzählliteratur über homöopathische Praktiken bis hin zu liberalen Partnerschaftsentwürfen und medialen Selbstinszenierungsstrategien. Kurzum: Die Romantik hat streng genommen nie aufgehört, Gegenwart mitzugestalten. Zum anderen werden in den romantischen Netzwerken um 1800 diejenigen Wissensformationen und Denkfiguren gebildet, die gegenwärtige Erkenntnisse präfigurieren und reflektieren, wie sich u.a. mit Blick auf die Ökologie- und Biodiversitätsforschung oder die Psychologie und Neurowissenschaften veranschaulichen ließe. Kurzum: Die Romantik hat streng genommen nie aufgehört, Gegenwärtigem vorzugreifen.

Versucht man, gerade hinsichtlich der Romantikforschung im deutschsprachigen Raum, rezente Zugriffe auf und Einsichten über ‚das Romantische‘, ‚die Romantik‘ und ‚die Romantiker*innen‘ zu differenzieren, präsentiert sich ein äußerst heterogenes Bild, das kulturwissenschaftliche und neohermeneutische, modell- und aktualisierungstheoretische, sozialgeschichtliche und dekonstruktivistische, digitalphilologische und textimmanente Interpretationen einschließt. Ein hohes Innovationspotential geht dabei von theoretisch avancierten und historisch versierten Arbeiten aus, die romantische Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft neu zu deuten und bislang unbekannte Kontexte auf die Romantik zu beziehen vermögen. Es überrascht wenig, dass solche Beiträge insbesondere von jungen Wissenschaftler*innen vorgelegt werden, die ‚Romantik‘ zunehmend als reizvollen Forschungsgegenstand entdecken.

Genau an diesen Beobachtungen und Befunden möchte das geplante Netzwerk „Aktuelle Perspektiven der Romantikforschung | Theorien, Methoden, Lektüren“ ansetzen, das mit der Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung an der Goethe-Universität verknüpft ist. Es soll Wissenschaftler*innen versammeln, die sich in der in der Qualifikationsphase befinden und Projekte zur Romantik vorbereiten oder ihr einschlägiges Interesse an der Romantikforschung ausweisen können. Im kontinuierlichen Austausch mit etablierten und renommierten internationalen Romantikforschenden liegen den Aktivitäten des Netzwerks drei Zielvorhaben zugrunde: Erstens geht es der Initiative um eine Vernetzung junger Romantikforscher*innen, ihrer Projekte und Erkenntnisinteressen, insbesondere – aber nicht ausschließlich – mit Blick auf den deutschsprachigen Raum. Intendiert wird zweitens eine Differenzierung der theoretischen, methodischen und praktischen Ansätze, die gegenwärtig in der Romantikforschung maßgeblich sind bzw. maßgeblich werden und neue Lektüren der Romantik und des Romantischen ermöglichen. Drittens setzt sich das Netzwerk die Komprimierung dieser Ansätze in einer gemeinsamen Publikation zum Ziel, die das Potential dieser Zugriffe und Interpretationen vorführt und das Profil der aktuellen Romantikforschung schärft. Die Publikation wird in der wissenschaftlichen Buchreihe Neue Romantikforschung veröffentlicht, die in Kürze unter der Herausgabe von Roland Borgards, Frederike Middelhoff und Martina Wernli im Metzler Verlag erscheint.

Um die Mitgliedschaft im Netzwerk „Aktuelle Perspektiven der Romantikforschung | Theorien, Methoden, Lektüren“ können sich Doktorand*innen, Postdocs und Jr.-Professor*innen bewerben, die einen methodisch reflektierten Beitrag zur Romantikforschung leisten wollen und das Erkenntnispotential ihrer Forschung demonstrieren können. Das Netzwerk begreift sich als Begegnungs-, Lern- und Austauschplattform verschiedener Disziplinen und fordert daher Forschende aus dem Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaften, der Kunstgeschichte, den Geschichtswissenschaften sowie den Theater-, Film- und Medienwissenschaften zur Bewerbung auf. Relevante Zugriffe können beispielsweise aus den Forschungsbereichen der Medical Humanities, der Environmental Humanities (Ecocriticism/Plant Studies/Animal Studies/Multispecies Studies usw.), der Digital Humanities und anderer rezent wirksam gewordener Forschungsfelder wie u.a. der Intersektionalitätsforschung, den Queer Studies, Postcolonial Studies und Material Studies stammen. Arbeitssprachen des Netzwerks sind Deutsch und Englisch, die Einladung zur Bewerbung richtet sich explizit auch an Romantikforschende, deren Fokus auf den europäischen und außereuropäischen Netzwerken der Romantik oder anderen transnationalen (Rezeptions‑)Phänomenen des Romantischen liegt. Auch Forschende, die nicht in Deutschland ansässig sind, können sich bewerben.

Das Netzwerk ist auf 20 Mitglieder begrenzt und nimmt seine Arbeit im Frühjahr 2021 auf. Es sieht regelmäßige Arbeitstreffen der Mitglieder an der GU Frankfurt sowie gemeinsame Workshops und Symposien mit geladenen Referent*innen für den Zeitraum von knapp 36 Monaten vor. Reise- und Aufenthaltskosten können – vorbehaltlich der Drittmittelförderzusage – übernommen werden.

Ihre Bewerbung sollte drei Teile, zusammengefasst in einem PDF-Dokument enthalten:

  1. CV (inkl. Verzeichnis von Publikationen, Vorträgen etc.)
  2. Romantik-Projekt/Forschungsbeitrag zur Romantik, mit dem Sie sich als Mitglied des Netzwerks bewerben und das/den Sie exemplarisch für den Sammelband zur Romantikforschung auszugestalten planen (Abstract des Projekts/Beitrags: max. 1000 Wörter)
  3. Kurzes Motivationsschreiben für die Teilnahme am und Mitarbeit im Netzwerk (max. 500 Wörter)

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 31. August 2020 an middelhoff@em.uni-frankfurt.de. Zu- und Absagen werden bis Ende September verschickt. Rückfragen nimmt die Initiatorin des Netzwerks, Frederike Middelhoff (W1-Professur für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Romantikforschung an der GU Frankfurt), unter der genannten Email-Adresse entgegen.

 

 

 

[1] Vgl. allein aus den vergangenen sechs Jahren u.a. die Sammelbände von Agnieszka Gutthy (Hg.): Romantic Weltliteratur of the Western World. New York [u.a.] 2020; Stefan Matuschek/Sandra Kerschbaumer (Hg.): Romantik erkennen – Modelle finden. Paderborn 2019; Serena Baiesi/Stuart Curran (Hg.): Romantic Dialectics: Culture, Gender, Theater. New York [u.a.] 2018; Alessandro Costazza (Hg.): Il romantico nel Classicismo, il classico nel Romanticismo. Milano 2017; Roswitha Burwick/Walter Pape (Hg.): Die alltägliche Romantik. Gewöhnliches und Phantastisches, Lebenswelt und Kunst. Berlin/Boston 2016; Helmut Hühn/Joachim Schiedermair (Hg.): Europäische Romantik. Interdisziplinäre Perspektiven der Forschung. Berlin/New York 2015; Michael Simon (Hg.): Episteme der Romantik. Volkskundliche Erkundungen. Münster 2014.

 

Call for Papers

Call for Papers: Konferenz zu „Diagnosen und Therapien des Seelischen (in) der Literatur um 1800″ in Danzig

Bis zum 30. April 2020 können Beiträge eingereicht werden für die Konferenz „Annäherungen an die „Innenwelt“ des Menschen. Diagnosen und Therapien des Seelischen (in) der Literatur um 1800“.

Die internationale Konferenz wird organisiert von der Forschungsstelle für die deutsche Literatur der Romantik, ihre Quellen und Rezeption am Institut für Germanistische Philologie der Universität Gdańsk.

Sie findet statt am 20-21. November 2020 in Gdansk.

Weitere Informationen und Anmeldeformular

Save the date: Tagung der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft am 13./14. Juni in Bamberg

Die nächste Tagung und Mitgliederversammlung der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft findet am 13./14. Juni in Bamberg statt. Weiterlesen