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Call for Papers bis 15.3.19: Konferenz „Das Romantisch-Fantastische“

Vom 18.–21. September 2019 wird an der Freien Universität Berlin die 10. Konferenz der Gesellschaft für Fantastikforschung stattfinden. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von der Kolleg-Forschungsgruppe „Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder“ und dem Seminar für Filmwissenschaft der FU Berlin. Der Call for Papers wird bis zum 15. März 2019 verlängert.

Weitere Informationen und Anmeldeformular

Von der Konferenz-Webseite:

The complex relationship between the romantic and the specific appearances, genres and media of the fantastic are the focus of this conference. On the one hand we want to assess the role of romantic ideas, poetics and imagery in possible genealogies of the fantastic mode and on the other hand we want to utilize the reference to its romantic origins in order to explore the fantastic’s inherent potential of critique.

Conference Board: Jan-Hendrik Bakels, Regina Brückner, Matthias Grotkopp, Tobias Haupts, Daniel Illger, Cilli Pogodda, Michael Wedel

 

Une nuit de femme – Hoffmanns Erzählungen zum Frauentag an der Staatsoper Stuttgart

Die Staatsoper Stuttgart hat in der aktuellen Saison ihre Inszenierung von Jacques Offenbachs Oper Les contes d’Hoffmann wieder im Programm (Premiere 2016). Zum Internationalen Frauentag 2019 am 8. März laden die Staatsoper Stuttgart und das Institut français Stuttgart dazu ein, das Verhältnis von Künstlern, Musen und Modellen neu zu denken. Vor der Opernaufführung spricht Prof. Dr. Danielle Cohen-Levinas von der Université Paris-Sorbonne, über Das Sokrates-Syndrom: die Bedeutung der Muse für den künstlerischen Schaffensprozess – in deutscher und französischer Sprache. Im Anschluss an die Vorstellung werden Musik mit DJ Nannina Matz und kulinarischen Spezialitäten à la française geboten.

Weitere Informationen und Karten

Les Contes d’Hoffmann

Hoffmanns Erzählungen

von Jacques Offenbach

Phantastische Oper in drei Akten, einem Vor- und Nachspiel

Libretto von Jules Barbier

Musikalische Leitung Marc Piollet

Regie Christoph Marthaler
Regie-Mitarbeit Joachim Rathke
Bühne und Kostüme Anna Viebrock
Licht Olaf Winter
Choreografie Altea Garrido
Chor Bernhard Moncado

Dramaturgie Malte Ubenauf

Auf dem Bild:

Adam Palka (Lindorf); Solisten und Mitglieder der Staatsopernchors Stuttgart. Foto: Martin Sigmund

Call for Papers: E.T.A. Hoffmann bei der 43. Konferenz der German Studies Association (USA)

Auf der diesjährigen Konferenz der German Studies Association vom 3.–6. Oktober 2019 in Portland/Oregon (USA) wird es ein Panel zu E.T.A. Hoffmann geben:

Reperspektivierungen: Neue Lektüren zu E.T.A. Hoffmann

Die Organisation bietet eine kleine Zahl an Reisestipendien an. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Konferenzwebseite.

Auf H-Germanistik wurde dazu folgender Call for Papers veröffentlicht:

CFP: GSA 2019: Panel: Reperspektivierungen: Neue Lektüren zu E.T.A. Hoffmann (25.01.2019)

by Thomas Wortmann, German Studies Association, 3.-6. Oktober 2019, Portland, Oregon, USA

E.T.A. Hoffmanns Werk fasziniert Leserinnen und Leser seit über zweihundert Jahren. Wie kaum ein anderer Autor ist Hoffmann, der zu Lebzeiten zu den Erfolgs­au­toren seiner Epoche zählte, als ‚Gespenster-Hoffmann‘ ebenso berühmt wie berüchtigt war, populär geblieben: Im schulischen Lesekanon hat er inzwischen Joseph von Eichendorff den Rang als exemplarischer Autor der Romantik abgelaufen; auf der Theaterbühne erfreuen sich Hoffmanns Texte, dafür ist Robert Wilsons Adaption des Sandmanns im Rahmen der Ruhrfestspiele 2017 nur das prominenteste Beispiel, großer Beliebtheit. Die Faszination des Publikums teilt auch die Literaturwissenschaft. Dies belegen nicht zuletzt die beiden opulenten Handbücher, die sich Hoffmanns Leben, Werk und Wirkung widmen, wie auch der 2016 von Oliver Jahraus heraus­ge­ge­bene Reclam-Band, der an­hand von siebzehn Modell­analysen des Sandmanns in die Literatur­theorie einführt. Und trotzdem zeigt der Blick in die Bibliographien des Fachs, dass das wissenschaftliche Interesse an Hoffmanns Werk rück­läufig ist.

Vor diesem Hinter­grund setzt sich das Panel zum Ziel, das Œuvre E.T.A. Hoffmanns, dessen Todestag sich in drei Jahren, 2022, zum 200sten Mal jähren wird, wieder in den Fokus zu rücken. Das thematische Feld ist dabei bewusst breit gehalten: Erwünscht sind ebenso Paper, die Hoffmanns literarisches, bildkünstlerisches und kompositorisches Werk auf der Basis aktueller literaturtheo­retischer Strömungen (animal studies, Ecocriticism, gender und queer studies, Actor-network theory, material studies, etc.) neu perspektivieren, wie (medien-)komparatistische Beiträge, die Hoff­manns Arbei­ten in einen (welt-)literarischen Kontext setzen oder aber, etwa aus dem Blickwinkel der theatre und performance studies, aktuelle Adaptionen Hoffmann’scher Texte in anderen Medien (im Theater, in der Oper, als Graphic Novel etc.) analysieren. Gesucht werden vor allem auch Beiträge, die sich dem ‚Abenteuer­tourismus in der Literaturʻ (Peter von Matt) widmen, sich also außerhalb der ein­ge­laufenen Pfade der Forschung bewegen und Neues zu viel beforschten Werken zu sagen haben oder auch jene am Rande gelegenen Texte, Zeichnungen und Kompositionen Hoffmanns in den Blick nehmen, denen die Forschung bisher nur wenig Interesse entgegen gebracht hat.

Vorträge auf Deutsch und Englisch sind gleichermaßen willkommen. Eine Publikation der Beiträge im Hoffmann-Jahrbuch 2020 ist – nach einem Begutachtungsverfahren durch die Herausgeber – geplant. Wir bitten um Zusendung eines Abstracts (circa 400 Wörter) und einer kurzen biographischen Information bis zum 25. Januar 2019 an Claudia Liebrand (c.liebrand@uni-koeln.de) und Thomas Wortmann (wortmann@uni-mannheim.de).

 

Ein Fühmann/Hoffmann-Abend am 15. Januar in Berlin

Im 20sten Jahr des Bestehens des internationalen Franz Fühmann Freundeskreis (iFFF) befassen sich die E.T.A.Hoffmann-Gesellschaft und der iFFF in gemeinsamen Veranstaltungen mit der Thematik „Unruhegeister manchen Ortes oder etwas über das Schauerliche des Alltags in der DDR“.

Für die Veranstaltungen zeichnen der Germanist Jörg Petzel, Vizepräsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und Mitherausgeber der Sämtlichen Werke E.T.A. Hoffmanns (Deutscher Klassiker Verlag), und der Schriftsteller Paul Alfred Kleinert verantwortlich.

Die Auftaktveranstaltung findet am 15. Januar 2019, 19.30 Uhr, in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin statt.

Ort: Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Kleiner Säulensaal, Breite Str. 36, 10178 Berlin-Mitte

Kontakt: Jörg PetzelPaul Alfred Kleinert

 

Opern-Rezension: Hoffmann trifft auf Steampunk

Beitrag von Stefanie Junges (→ Forscherprofil)

Die Bühne ist leer und düster, das Sinfonieorchester der Neuen Philharmonie Westfalen setzt ein und E. T. A. Hoffmann, gespielt von Rüdiger Frank, tüftelt an seinem Schreibtisch am vorderen Bühnenrand an seinem neuesten Werk – einer Oper: Klein Zaches, genannt Zinnober. Ein Werk, das wortwörtlich eine Herzensangelegenheit ist. Auf dem Höhepunkt reißt Hoffmann sich sein Herz heraus; es dient als Treibstoff für die gebaute Opern-Maschinerie, die er in Gang setzt. Das Orchester verstummt und, wie es bei der beteiligten Band Coppelius heißt:

 »Die Maschine läuft an«[1]

Dampf umhüllt das Bühnenbild und mit Surren und Quietschen fährt Hoffmanns zahnradbetriebene Maschine aus dem Boden und nimmt die Arbeit auf. Sie bringt drei automatenhafte Gestalten hervor, die anfangen, auf Cello, Kontrabass und Schlagzeug zu spielen. Zwei weitere folgen und begleiten die ersten drei mit Klarinetten. Zuletzt erscheint ein Sänger aus dem Boden der Bühne, der seinen Schöpfer Hoffmann begleitet: Die Coppelianer, wie sie genannt werden, haben die Bühne betreten. Noch bevor Hoffmann seine Oper erzählend einleiten kann, wird der Zuschauer von Coppelius mit »Kein Land so schön« medias in res in die Handlung um die von Fürst Paphnutius eingeführte Aufklärung und der Verbannung der Feen versetzt – und unvermittelt mit dem Stil der Oper und der Band konfrontiert.

Dass die Oper, die bereits am 14. November 2016 Premiere feierte, das Endprodukt der kreativen Zusammenarbeit von Regisseur Sebastian Schwab und der Berliner Band Coppelius ist, fällt spätestens nach diesem Einstieg auf, der mehr wie ein Gemisch aus Theaterperformance und Rockkonzert anmutet. Für die moderne Adaption des Märchens, das den Reiz dieses Gemischs gut in Szene zu setzen weiß, sind Coppelius die richtige Wahl, denn ihr musikalisches Schaffen wird mitunter von Hoffmanns Werken inspiriert. Es verwundert nicht, dass die Erwartung eines klassischen Opernbesuchs möglicherweise enttäuscht wird: Nicht Arien bestimmen die Aufführung, sondern eine überaus gelungene Kombination von sinfonischen Stücken mit teils neu komponierten, teils alten Stücken der Coppelianer, die den Zuschauer humorvoll und unmittelbar mit einer Subkultur konfrontieren.

Steampunk: Dampf und Punkrock

Candida und ›Coppelius‹ © Musiktheater im Revier

Der Stil des Steampunk prägt die Inszenierung des Märchens optisch und musikalisch. Die retro-futuristische Subkultur stellt sich, angeregt von literarischen Vorbildern wie Jules Vernes oder H. G. Wells, eine alternative Welt vor, in der der moderne Fortschritt unseres Zeitalters nicht durch Technologie, sondern durch dampfbetriebene Maschinen errungen worden wäre – Mode, Literatur, Musik und ein ganzes Lebensgefühl stehen im Zeichen des Steampunk. Coppelius ist eine etablierte Band der Szene, sticht jedoch heraus, weil sie sogenannten ›Kammercore‹, also Rock bzw. Heavy Metal fast ausschließlich auf klassischen Instrumenten spielt. Neben Kontrabass, Cello und Klarinetten (und gelegentlich einem Cembalo) findet sich nur ein Schlagzeug auf der Bühne, das die Atmosphäre des frühen 19. Jahrhunderts, den die sechs Herren mit Gehrock, Vatermörder und Zylinder sonst verströmen, mit rockig-brachialem Sound durchkreuzt.

 

Der Stil des Steampunk wird durch ruhige Balladen und das Sinfonieorchester ergänzt und fügt alles zu einem harmonischen Ganzen. Die moderne Musik wird mit klassischem Operngesang ergänzt. Dieser wird hingegen nicht durch Begleithefte gestützt, sondern der Text wird an eines der zahlreichen Metallrohre des Bühnenbildes projiziert und repräsentiert damit erneut ein für Hoffmann sehr typisches Merkmal: die Parodie. Damit das Publikum das Essentielle nicht verpasst, wird der Text der italienischen Arie übersetzt – »Bla Bla Bla…« prangt über den Köpfen. Spätestens hier wird der Tenor der Inszenierung deutlich: Humor als Leitprinzip. Wer also fürchtet, bei so viel Subkultur bleibt die Hoffmannsche Literaturkultur auf der Strecke, irrt.

Humor, Slapstick und Parodie

Obwohl die Darbietung des Märchens durch und durch modern ist und die Rocksongs das Opern-Genre an die Grenze zum Musical katapultieren, weicht die Handlung nicht von der literarischen Vorlage ab. Sogar typische Textstrategien und Motive aus Hoffmanns Werken werden auf die Bühne gebracht, wenn der tüftelnde Autor mit seinem Herz die eigene Opern-Dampfmaschine heizt, erzählend in die Handlung einleitet und im Anschluss sogar zur Figur seines eigenen Stücks mutiert.

Während der Aufführung dominiert die spezifische Komik der Handlung und des Hoffmannschen Erzählstils. So fragt Candida singend, ob man denn »die Luftpumpe [ihres] Vaters, schon gesehen« habe, der ganze Stolz ihres Vaters Mosch Terpin, der selbst wenig mehr als heiße Luft produziert. Balthasar bekundet, der Professor erkläre so lange, »warum es donnert, hagelt, regnet, blitzt«, bis Balthasar sich »am liebsten die Adern aufgeschlitzt«. Prosper Alpanus, der bei seinem ersten Auftritt, in dicke Rauchschwaden seiner Wasserpfeife gehüllt, auf einer überdimensionierten, leuchtenden gold-kupfernen Libelle über die Opernbühne fliegt, trifft als spleeniger Sonderling ebenfalls den satirischen Ton des Märchens. Die Inszenierung parodiert sich selbst – auch hier kann sich der Hoffmann-Liebhaber also darüber freuen, dass elementare Charakteristika seiner Werke deutlich zum Tragen kommen.

Balthasar, Fabian, Prosper Alpanus und sein Gehilfe versuchen, dem Geheimnis um das ›Wurzelmännlein‹ Klein Zaches auf die Spur zu kommen © Musiktheater im Revier

Deutlich wird das Modern-Komische der Oper besonders durch allerlei popkulturelle Anspielungen. Der Magier will dem jungen Studenten Balthasar helfen, den Zauber Zinnobers zu brechen, muss jedoch erst herausfinden, um was für ein Wesen es sich beim rothaarigen Klein Zaches handelt. Er stellt fest: Weder handelt es sich, wie eindrucksvoll dargestellt wird, um Stephen Kings Horror-Clown Pennywise noch um den allseits bekannten Pumuckl.

Die satirische Anlage des Märchens wurde für den sub- und popkulturaffinen Zuschauer des 21. Jahrhunderts angepasst. Neben Anspielungen auf Film, Fernsehen und virulente YouTube-Videos werden auch Prominente persifliert. Der zum Minister avancierte Zinnober, dem der Orden des grüngefleckten Tigers mit zwanzig Knöpfen verliehen werden soll, lässt seine Garderobe von niemand geringerem als Karl Lagerfeld schneidern. Auch die Begegnung der Fee Rosabelverde und des Zauberers Prosper Alpanus, die sich im Märchen ein Duell ihrer Kräfte liefern, wird zum videospielgesteuerten ›Showdown‹ mit Slapstickeinlage: Zaches und Balthasar steuern die beiden magischen Wesen über einen Joystick, die sich mit entsprechender, beinahe klischeehafter musikalischer Untermalung des Benny-Hill-Themes eine Verfolgungsjagd liefern.

Zahnräder, Dampf und Vatermörder

Ulrike Schwab als laszive Fee Rosabelverde im Stempunk-Outfit © Musiktheater im Revier

Neben Handlung und Musik verdeutlichen auch Bühnenbild und Garderobe eindrucksvoll die elegante Verschmelzung von historischem Märchen des 19. Jahrhunderts und dem Flair der am industriellen und viktorianischen Zeitalter orientierten Steampunk-Ästhetik. Symbole wie Zahnräder und nietenverzierte, dampfbetriebene Maschinen mit kupfer-goldener Patina verschmelzen gekonnt mit arabeskenhaft verziertem, edlem Biedermeier-Mobiliar und prägen das Design der hydraulischen, in Dampf gehüllten Hauptbühne. Hinter der gewaltigen Bühnenmaschine verbirgt sich das Sinfonieorchester und kreiert zusammen mit dem zwischen rockig-brachialen und melodischen Tönen changierenden Steampunk-Sound von Coppelius eine akustische Harmonie.

Die Kostümierung der Darsteller ist eine für den Steampunk typische Hybridisierung aus historischer Mode und modernen Elementen: Gehrock, Zylinder und Frack werden mit engen Biker-Hosen und szenetypischen runden Fliegerbrillen, den ›Goggles‹, kombiniert. Dunkle, gedeckte Farben wie Braun, Dunkelrot und Schwarz bestimmen die Steampunk-Garderobe. Die einzige weibliche Darstellerin – Ulrike Schwab – mimt die wortkarge Candida im kurzen, weißen Spitzenkleid mit türkisen Haaren und kontrastiert ihren klassischen Operngesang in der Rolle der Fee Rosabelverde in lasziven Steampunk-Outfits mit Hot-Pants, Lederkorsage, längsgestreiften Kniestrümpfen und Spitze.

Die Maschine hält an

Der Humor der Oper ist, ähnlich der romantisch-ironischen Schreibkunst E. T. A. Hoffmanns, plakativ. Die getakteten Pointen werden gezielt eingesetzt, obgleich sie durch dieses Übermaß stets drohen, albern und klamaukig zu werden. In der zweiten Hälfte der Oper rückt die Handlung zugunsten der minutiösen Vorstellung der Bandmitglieder, ausschweifender Soli und demonstrativer Körperkomik in den Hintergrund. Dennoch gelingt es Coppelius und Sebastian Schwab, das Abrutschen in die Lächerlichkeit (wenn auch haarscharf) zu vermeiden. Obgleich man kritisch fragen kann, ob eine minutenlange, vulgäre Kinski-Hommage des Hauptdarstellers die Darbietung bereichert, beeinträchtigt es keinesfalls das Amüsement des Zuschauers – im Gegenteil.

Die Oper greift die Aspekte der Wissenschaftsparodie, der Aufklärungskritik und der Gesellschaftssatire des Märchens auf und überspitzt sie mit zahlreichen popkulturellen Anspielungen, ohne den zwischen subtil und plakativ changierenden Hoffmannschen Humor zum Possenspiel werden zu lassen. Wer sich von einer ›Steampunk-Oper‹ klassische Arien und gediegene Töne erhofft, wird hier enttäuscht. Dafür wird hier etwas Neues geboten: Die gelungene Kombination aus klassischer Oper, Musical und rockigem Steampunk-Konzert mit einem ironisch-romantischen Märchenstoff lockt nicht nur ein junges Publikum ins Theater, sondern ist auch progressiv und hochgradig experimentell – und somit nichts anderes als genuin romantisch!

[1] Aus dem Lied »Herzmaschine« von Coppelius. Album: Hertzmaschine, F.A.M.E. Artist Recordings GmbH, 2015.

Nussknacker und Mäusekönig – Eine Weihnachtslesung in drei Teilen

Liebe Hoffmann-Interessierte,

das Team E.T.A. Hoffmann Portal wünscht Ihnen ein friedvolles und gemütliches Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Lieben und verabschiedet sich mit einer kleinen Lesung in drei Teilen in die Festtage. Hören Sie doch einmal hinein in den Beginn von E.T.A. Hoffmanns „Nussknacker und Mäusekönig“ – als Inspiration, um das Märchen mal wieder aufzuschlagen, als gemeinsame Einstimmung in der Wartezeit vor dem Heiligen Abend oder auch als Hörerlebnis beim geselligen Zusammensitzen unter dem Weihnachtsbaum.

Der Weihnachtsabend (7:29 min)

Die Gaben (7:36 min)

Der Schützling (9:24 min)

Die Lesungen sind unterlegt mit Ausschnitten aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker (1892), gespielt von Gabriel Antonio Hernandez Romero am Piano (2016). Lizenzinformation: CC-BY-NC 4.0. Herzlichen Dank an Zora Steiner für die Erstellung der Podcasts.

Zum Nachlesen finden Sie im E.T.A. Hoffmann Portal verschiedene digitale Ausgaben, darunter z.B. eine Reclam-Ausgabe von 1880, eine französische Ausgabe von 1883 mit sieben Chromolithographien und eine Nürnberger Ausgabe aus den 1840er Jahren mit colorierten Kupfertafeln nach Zeichnungen von Peter Carl Geissler.

Fröhliche Weihnachten!

Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ an der Deutschen Oper Berlin

Die Deutsche Oper Berlin bringt zum Advent Jacques Offenbachs Les Contes d’Hoffmann auf die Bühne: Die Inszenierung von Laurent Pelly wurde erstmals 2005 in Lyon gezeigt und feiert nun am 1. Dezember 2018 ihre Berliner Premiere. Die musikalische Leitung übernimmt Enrique Mazzola, der erste ständige Gastdirigent der Deutschen Oper; die Dramaturgie stammt von Katharina Duda. Die Aufführung ist eine Koproduktion der Opéra National de Lyon mit dem Grand Teatre del Liceu in Barcelona
und der San Francisco Opera.

Wer es nicht zur Premiere schafft, hat in der aktuellen Spielzeit noch mehrmals die Gelegenheit, die Aufführung zu besuchen. Weitere Vorstellungen finden am 4., 8. und 15. Dezember 2018 statt, sowie am 5., 9. und 12. Januar 2019.

Informationen und Tickets

Jacques Offenbach
LES CONTES D’HOFFMANN
Opéra fantastique in fünf Akten
Libretto von Jules Barbier nach dem drame fantastique von Jules Barbier und Michel Carré,
herausgegeben von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Deutsche Oper Berlin
Premiere: 1. Dezember 2018, 19.30 Uhr
Dauer: ca. 4 Stunden (inkl. zweier Pausen)

550 Jahre Kammergericht – Buchvorstellung am 26.11. in Berlin

Das Kammergericht feiert in diesem Jahr sein 550-jähriges Bestehen, genauer gesagt: seine Erwähnung in einer Urkunde aus dem Jahr 1468. Seit wann es besteht, weiß indes niemand so ganz genau. Auf jeden Fall ist es das älteste noch existierende und berühmteste deutsche Gericht, das für Berlin heute die Aufgaben eines Oberlandesgerichts wahrnimmt. Aus einem mittelalterlichen Hofgericht, das im Berliner Schloss tagte, entwickelte es sich in der Epoche der Aufklärung zu einem in ganz Europa gefeierten Symbol für Rechtsstaatlichkeit.

Als solches stand es 1798 auf einem Höhepunkt seines Ansehens: In diesem Jahr lernte E.T.A. Hoffmann den Gerichtsbetrieb als Referendar von innen kennen. Damals tagte das Kammergericht im Collegienhaus an der Lindenstraße, im heutigen Altbau des Jüdischen Museums. Nach den Freiheitskriegen begann Hoffmann im Jahr 1814 dort wieder zu arbeiten und machte Karriere als Kammergerichtsrat im Kriminalsenat. Da er während der sogenannten Demagogenverfolgung in der Restaurationsperiode strikt für Rechtsstaatlichkeit eintrat, steht Hoffmann bis heute bei den Richterinnen und Richtern am Kammergericht in hohem Ansehen (→ Hoffmann als Jurist).

In jeder Chronik des Kammergerichts nehmen Hoffmann und sein Eintreten für verfolgte Oppositionelle wie den “Turnvater” Friedrich Ludwig Jahn einen Ehrenplatz ein. So auch in dem reich illustrierten Band Das Kammergericht in Berlin, den Michael Bienert zum 550. Jubiläum vorgelegt hat. Der Auftrag an den Nichtjuristen kam zustande, nachdem Bienert im Kammergericht sein 2015 erschienenes Buch E.T.A. Hoffmanns Berlin vorgestellt hatte (→ E.T.A. Hoffmanns Berlin). Daraufhin wurde er von der Gerichtsleitung mit der Frage überrascht: “Wollen Sie nicht auch ein Buch über uns schreiben?”

Um die unendliche Stofffülle zu bewältigen, hat der Autor vierzig exemplarische Tage aus dem langen Leben des Kammergerichts ausgewählt, von denen aus er zentrale Themen, Zäsuren und Prozesse beleuchtet. Der Gang durch die Geschichte ist abwechslungsreich, weil von extremen Höhen und Tiefen geprägt. Das Kammergericht war im 19. Jahrhundert preußischer Staatsgerichtshof und ab 1879 Oberlandesgericht der deutschen Hauptstadt. In seinem wilhelminischen Justizpalast am Kleistpark tagten der NS-Volksgerichtshof und ab 1945 die alliierte Militärregierung für ganz Deutschland. Im geteilten Berlin wurde sein Präsident Günter von Drenkmann 1974 von Linksterroristen ermordet. Seit der Wiedervereinigung ist das Kammergericht wieder für ganz Berlin zuständig – vor allem als oberstes Berufungsgericht, aber auch in erster Instanz bei Staatsschutzprozessen gegen Terrorverdächtige oder Spione. Das letzte Kapitel des Buches widmet sich den Schwierigkeiten bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs, ein langes Interview mit dem amtierenden Kammergerichtspräsidenten Dr. Bernd Pickel rundet den Überblick ab. Die im Frühjahr erschienene erste Auflage des Buches war nach wenigen Wochen vergriffen, eine zweite Auflage ist seit November lieferbar.

Veranstaltungshinweis

Buchvorstellung mit Autor Michael Bienert und der Pressesprecherin des Kammergerichts Annette Gabriel
26. November 2018, 15.30 Uhr
Urania Berlin
Informationen und Tickets

Publikation

Michael Bienert
Das Kammergericht in Berlin
Orte – Prozesse – Ereignisse
Herausgegeben von dem Präsidenten des Kammergerichts
192 Seiten, 132 Abbildungen
Hardcover mit Schutzumschlag
Format: 21,0 x 22,5 cm
ISBN 978-3-947215-15-7
€ 25,00 (D) / € 25,70 (A)
http://www.verlagberlinbrandenburg.de/buecher/regionales/das-kammergericht-in-berlin.html

Elixiere des Teufels im Zeughauskino

Haben Sie am ersten Freitag im November schon Pläne? In der Reihe „Wiederentdeckt“ zeigt das Zeughauskino am 2. November um 18:30 Uhr die Verfilmung der „Elixiere des Teufels“ von Ralf Kirsten. Dr. Anett Werner-Burgmann (HU Berlin) wird in den 1973 erschienenen Film einführen.

Aus dem Ankündigungstext:

‚Basierend auf dem Roman Die Elixiere des Teufels des Romantikers E.T.A. Hoffmann erzählen Ralf und Brigitte Kirsten die phantastische Geschichte des jungen Mönchs Franziskus, der sich als Seminarist eines Kapuzinerklosters in Aurelie, die schöne Tochter des Barons von Waldstätten, verliebt. Als Franziskus daran zu zweifeln beginnt, ob er nur als Mönch seine Ideale verwirklichen kann, wird er zum Bischof nach Rom geschickt. Auf der abenteuerlichen Reise begegnet er seinem Doppelgänger und wird eines Doppelmordes beschuldigt. Obwohl er unschuldig ist, wird Franziskus immer tiefer in dunkle Machenschaften verstrickt, die er nur schrittweise zu durchdringen vermag.‘

Der Eintritt kostet 5 €. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Website des Deutschen Historischen Museums.

Wir evaluieren das Portal – machen Sie mit!

Liebe Nutzerinnen und Nutzer des E.T.A. Hoffmann Portals,

seit Dezember 2016 ist das Portal nunmehr online und bietet Interessierten umfassende Informationen und vielfältige Recherchemöglichkeiten rund um die Person E.T.A. Hoffmanns.

Nach der mittlerweile knapp dreijährigen Laufzeit des Portals würden wir gern von Ihnen erfahren, wie Sie das bisherige Angebot einschätzen und bewerten. Zu diesem Zweck führen wir Interviews und sogenannte ‚Usability Tests‘ durch. Bitte beteiligen Sie sich und unterstützen Sie uns damit bei der Weiterentwicklung des Portals.

Was?

  1. Berichten Sie in einem Interview (ca. 60 Minuten) Ihre Nutzungserlebnisse und Verbesserungsvorschläge zum Portal.
  2. Nehmen Sie an einem Usability Test (ca. 90 Minuten) in der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz teil und lernen Sie dabei das Portal noch besser kennen. Beim diesem Test nutzen Sie das Portal, um verschiedene Aufgaben zu lösen und kommentieren Ihr Vorgehen dabei live.

Wann?

  1. Interviews: 15.10.2018 – 26.10.2018
  2. Usability Tests: 12.11.2018 – 16.11.2018

Wo?

  1. Die Interviews finden in der Staatsbibliothek zu Berlin in der Potsdamer Straße 33 statt. Interviews sind auch telefonisch, via Skype oder Google Hangouts möglich.
  2. Die Usability Tests finden in der Staatsbibliothek zu Berlin in der Potsdamer Straße 33 statt.

Wie?

Kontaktieren Sie uns mit dem Stichwort „Nutzungsanalyse“ und der Information, ob Sie an einem Interview oder an einem Usability Test teilnehmen möchten und ggf. schon mit einem Wunschtermin. Sie erhalten dann ausführliche Informationen zum weiteren Vorgehen sowie mehrere Terminvorschläge und können Fragen stellen.

Warum?

Ihre Beteiligung hilft uns bei der Weiterentwicklung des Portals die richtigen Schwerpunkte zu setzen.  Bei allen Teilnehmenden bedanken wir uns mit einer Aufmerksamkeit nach Wahl:

  • einem Hoffmann-Faksimile
  • einer individuellen Führung durch eines unserer Häuser (wahlweise Unter den Linden oder Potsdamer Straße)
  • die gebührenfreie Nutzung der Staatsbibliothek für einen Monat

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!