Interview: Drei Fragen an Wolfgang Bunzel

Ein Beitrag von Celina Imm.

Die große Jubiläumsausstellung „Unheimlich Fantastisch: E.T.A. Hoffmann 2022“ neigt sich dem Ende zu. Zeit für Rückblicke auf eine außergewöhnliche Ausstellung und hoffmanneske Highlights. Aber vor allem Zeit für Einblicke hinter die Kulissen, auf die Menschen, die E.T.A Hoffmann in Bamberg, Berlin und Frankfurt am Main so unheimlich fantastisch ins Jahr 2022 geholt haben. Wir haben den Köpfen hinter der Jubiläumsausstellung jeweils drei Fragen gestellt.

Die erste Runde eröffnet Prof. Dr. Wolfgang Bunzel, der die Ausstellung in Frankfurt am Main kuratiert. Er leitet die Abteilung Romantik-Forschung im Freien Deutschen Hochstift, unterrichtet Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und ist zudem Kurator der Dauerausstellung im Deutschen Romantik-Museum.

 

1. Die Ausstellung „Unheimlich Fantastisch: E.T.A. Hoffmann 2022“ ist aktuell im Deutschen Romantik-Museum zu sehen. Wie verorten Sie E.T.A. Hoffmann innerhalb der romantischen Bewegung?

E.T.A. Hoffmann ist neben Joseph von Eichendorff (und Heinrich Heine, den wir hier einmal ausklammern sollten) fraglos der wirkmächtigste Autor der deutschen Romantik. Sein Werk hat international ausgestrahlt, und die Wirkung dauert, wie die Ausstellung exemplarisch zeigt, bis heute an. Außerdem ist Hoffmann ein ungewöhnliches künstlerisches Multitalent, an dessen Schaffen man das Phänomen Multimedialität in vielen verschiedenen Facetten beobachten kann.

 

2. Sie sind Romantik-Experte. Gab es Momente während Ihrer Arbeit als Kurator der Ausstellung in Frankfurt, in denen Hoffmann Sie noch überraschen konnte?

Ja, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Verblüfft hat mich, im Original zu sehen, wie E.T.A. Hoffmann die kleinformatige Zeichnung des körperlich deformierten Studenten Friederici (1818) zum Ausgangspunkt der Umschlagillustration von ‚Klein Zaches genannt Zinnober‘ (1819) gemacht hat. In einem Fall haben wir es mit der zeichnerisch genau erfassten Wahrnehmung eines den herkömmlichen Normen von Schönheit nicht entsprechenden Menschen zu tun, im anderen Fall mit dem karikaturistisch inspirierten Entwurf eines gnomenhaften Fabelwesens.
Besonders berührt hat mich das Aktenfaszikel zu Friedrich Ludwig Jahn, das E.T.A. Hoffmann als Jurist des Berliner Kammergerichts zu bearbeiten hatte. Wenn er der schriftlich eingereichten Bitte von Jahns Frau, die darum ersucht, ihren inhaftierten Mann im Gefängnis besuchen zu dürfen, stattgibt, dann kommt man Hoffmann und seiner schwierigen Situation zwischen Brotberuf und künstlerischem Gestaltungsdrang nahe wie kaum sonst.

 

E.T.A. Hoffmann: Zeichnung des Studenten Friederici Staatsbibliothek Bamberg, Signatur: EvS.G H 3, Foto: Gerald Raab.

E.T.A. Hoffmann: Zeichnung des Studenten Friederici Staatsbibliothek Bamberg, Signatur: EvS.G H 3, Foto: Gerald Raab.

 

3. Ihr liebstes Ausstellungsstück?

Mein liebstes Ausstellungsstück ist der 1816/17 konstruierte Trompeterautomat, den uns das Museum Perla Castrum im erzgebirgischen Schwarzenberg zur Verfügung gestellt hat. Dieser historische Androide bildet einen besonderen Blickfang in der Frankfurter Ausstellung. Er führt nicht nur vor Augen, welche technischen Meisterleistungen es bereits vor rund 200 Jahren gab, sondern veranschaulicht auch besonders plastisch, welche Erfindungen und Apparaturen E.T.A. Hoffmann besonders fasziniert haben.

 

Christian Seiffert, Paul Heinrich: Trompeterautomat. 1816/1817. Nachweis: Stadt Schwarzenberg, Museum PERLA CASTRUM – Ein Schluss voller Geschichte.

Christian Seiffert, Paul Heinrich: Trompeterautomat. 1816/1817. Nachweis: Stadt Schwarzenberg, Museum PERLA CASTRUM – Ein Schluss voller Geschichte.

 

Die Ausstellung „Unheimlich Fantastisch: E.T.A. Hoffman 2022“ ist noch bis zum 12.02.2023 im Deutschen Romantik-Museum in Frankfurt am Main zu sehen. Wir freuen uns auf euren Besuch!

 

Stellenangebot: Kurator/in (m/w/d) für das Projekt „Ausstellungskonzeption des E.T.A.-Hoffmann-Hauses“

Die Museen der Stadt Bamberg sind verantwortlich für das Historische Museum am Domplatz mit kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen, die herausragende Sammlung Ludwig im Alten Rathaus, das Ausstellungshaus Villa Dessauer sowie den Betrieb des Dokumentationszentrums Mikwe. Seit 2023 liegt auch das E.T.A.-Hoffmann-Haus in der Verantwortung der Museen.

Im Zuge der Sanierung des E.T.A.-Hoffmann-Hauses wird das Museum in den kommenden Jahren neugestaltet. Ziele sind die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes, die Verbesserung und Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten, die Neugestaltung der Ausstellungsbereiche sowie die Schaffung einer zukunftsfähigen Betriebsstruktur. Das E.T.A.-Hoffmann-Haus wird künftig schwerpunktmäßig als Literaturmuseum konzipiert. Es ist bisher das einzige Museum für E.T.A. Hoffmann in Deutschland. Ziel der Neuentwicklung ist es, ein professionell geführtes, erlebnisorientiertes Museum für ein breites Publikum zu gestalten. Es soll durch attraktive Vermittlungs- und Bildungsangebote ganzjährig Menschen aus dem In- und Ausland sowie regionale Gäste anziehen.

Ihr Aufgabengebiet umfasst
  • die Erarbeitung der Grob- und Feinkonzeption für die neue Dauerausstellung des E.T.A Hoffmannhauses für ein breites Publikum in enger Abstimmung mit der Museumsdirektorin
  • die Entwicklung unterschiedlicher Vermittlungsebenen und -methoden gemeinsam mit den Ausstellungsgestaltern und dem Kuratorenteam der Museen
  • die enge Zusammenarbeit mit den Ausstellungsgestaltern zur Umsetzung des Konzepts in die Ausstellungsgestaltung bis zum Entwurf, sowie zur Erarbeitung des Medienkonzeptes
  • die Einbindung von Experten aus der Fachcommunity
  • die Berücksichtigung partizipativer Ansätze
  • die Berücksichtigung und Abstimmung der Belange der Inklusion im Konzept
Wir erwarten von Ihnen
  • ein erfolgreich abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (mindestens Master oder Magister, gern mit Promotion), bevorzugt in Literaturwissenschaften
  • hervorragende Kenntnisse zum Leben und Werk von E.T.A. Hoffmann
  • sehr gute Kenntnisse der Literatur-, Kultur- und Geistesgeschichte der Klassik und Romantik
  • nachweisbare relevante Erfahrungen im Konzipieren und Umsetzen von Ausstellungen
  • sehr gute Kenntnisse der aktuellen Diskurse und Methoden der Museumsarbeit
  • sehr gute Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und einer weiteren modernen Fremdsprache
  • die Bereitschaft, sich in einem kleinen Team verantwortlich und über Fachgrenzen hinweg engagiert einzubringen
Wir bieten Ihnen
  • ein spannendes und kreatives Arbeitsumfeld in einem kleinen, interdisziplinären Team
  • eine individuelle Gestaltung der Arbeitszeiten durch flexible und lebensphasenorientierte Gleitzeitmodelle sowie die Möglichkeit zum Home-Office
  • individuelle Beratungsangebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinder-Ferienprogramm und Kinder-Mitbringtag
  • unterstützende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • eine faire Bezahlung auf der Grundlage des Bayerischen Besoldungsgesetzes bzw. des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD-V)
  • eine zusätzliche attraktive arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge für Tarifbeschäftigte
  • eine jährliche Sonderzahlung („Weihnachtsgeld“) und ein jährliches Leistungsentgelt für Tarifbeschäftigte
  • ein vergünstigtes VGN-Abo für den öffentlichen Nahverkehr bzw. ein kostenloses P+R-Ticket
  • verschiedene Mitarbeiterrabatte
  • ein gutes Betriebsklima mit gemeinsamen Mitarbeiter-Events, wie unserem Sommerfest und regelmäßigen Treffen unserer Sportgruppen

Die Projektstelle ist bis zum 31.12.2023 befristet. Ein Nachfolgeprojekt befindet sich derzeit in Planung. Die Beschäftigung erfolgt nach den Bestimmungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) und zunächst in Teilzeit (50%). In Abhängigkeit von einer Förderzusage wird die Aufstockung auf Vollzeit angestrebt. Die Stelle ist nach EG 13 TVöD bewertet.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Fristende: 12.02.2023

 

Berichte, Videos, Podcasts und mehr – eine Nachlese zum Jubiläumsjahr

Eine Zusammenstellung von Celina Imm.

Anlässlich des 247. Geburtstags von E.T.A. Hoffmann haben wir für euch die Crème de la Crème der E.T.A. Hoffmann-Jubiläumsbeiträge des letzten Jahres zusammengestellt. Diese beinhalten zahlreiche Artikel, Podcasts, Radiofeatures, Blog-Beiträge… Sie führen teilweise als eine erste Annäherung an den Künstler heran, betrachten ihn im Kontext seiner und unserer Zeit, oder beleuchten einzelne Aspekte seines facettenreichen Werkes und Lebens. In jedem Fall aber zeigen sie, dass E.T.A. Hoffmann bis heute eine große Resonanz auslöst und anschlussfähig an die Gegenwart bleibt.

Viel Spaß beim Entdecken der Nachlese!

 

Zu sehen:

In der ARD-Mediathek findet ihr einen Beitrag mit Norbert Kron u.a. im Gespräch mit unserer Kuratorin Christina Schmitz. Für Entdeckungsfreudige hat die Bildagentur BPK eine fantastische Sammlung von Bilddateien zu E.T.A. Hoffmann zusammengestellt. Bei Instagram kann man der Lyrikerin Nora Gomringer lauschen wie sie ein von Hoffmann inspiriertes Gedicht rezitiert.

 

Zu hören:

Beim Deutschlandfunk könnt ihr eine breite Auswahl an E.T.A. Hoffmann Features finden:

Auch beim SWR2 findet ihr eine vielfältige Auswahl an Beiträgen zu E.T.A. Hoffmann u.a.:

In der Audiothek der ARD findet ihr ebenfalls viele Beiträge und auch Hörspiele/Lesungen.

Hier findet ihr einen Beitrag zu Hörbeispielen der Musik von E.T.A. Hoffmann (OE1). Der historische Kontext von E.T.A. Hoffmann und sein musikalisches sowie literarisches Schaffen wird in diesem Beitrag beleuchtet (NDR). Ein literatur- und musikwissenschaftlicher Blick auf das Werk von E.T.A. Hoffmann wird in diesem BBC-Beitrag geworfen. Für Freund:innen der klassischen Musik sei auf die diversen Kollektionen zu E.T.A. Hoffmann auf bachtrack.com hingewiesen. Der Podcast „Laberfach“, bei dem Schullektüren untersucht werden, ob sie noch auf dem Lehrplan stehen sollten, stellt in einer Ausgabe Der Sandmann auf den Prüfstand.

 

Zu lesen:

Gleich mehrere Artikel zu E.T.A. Hoffmann gab es im Feuilleton der FAZ:

Das Philosophie-Magazin hat dem musikalischen Verdienst von E.T.A. Hoffmann einen Artikel gewidmet (Kilian Thomas: E. T. A. Hoffmann – Befreier der Klänge.). Einen Überblick über Hoffmanns Leben und Werk könnt ihr der WELT lesen (Tilman Krause: Der deutsche Romantiker, der Weltgeltung erlangte.). Einen sehr fundierten und ausführlichen Artikel zu E.T.A. Hoffmann als Meister des Phantastischen findet ihr in der Jungen Welt (Arnd Beise: Wahn und Wirklichkeit.) Um die Einordnung von E.T.A. Hoffmann in einen europäischen Kontext geht es dem Artikel in The New European (Charlie Connelly: The fantastic worlds of E.T.A. Hoffmann.).

Hingewiesen sei auch auf das Literaturkritik-Magazin, dessen Juni 2022-Ausgabe ganz im Zeichen von E.T.A. Hoffmann steht. In derselben Ausgabe befindet sich ein Beitrag zur intertextuellen Präsenz von E.T.A. Hoffmann in dem Roman „Sonne, Mond und Zinn“. Ein besonderes Fundstück zu E.T.A. Hoffmann ist die Erzählung von Therese Rie „Phantastischer Spaziergang“ (1918), in der eine Begegnung mit dem Schriftsteller geschildert wird. Wer sich für die historischen Vorbilder von E.T.A. Hoffmanns Automaten interessiert, wird hier fündig.

 

PS:

Wer sein E.T.A. Hoffmann-Wissen spielerisch unter Beweis stellen will, kann dies im Hoffmann-Quiz machen.

 

CFP: Online Nachwuchs-Forschungskolloquium zu E.T.A. Hoffmann (Frist: 14.02.2023)

Ein Beitrag von Dennis Schäfer.

Die E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, in Kooperation mit der Staatsbibliothek Bamberg, freut sich sehr, in diesem Jahr wieder zu einem Online-Kolloquium für „Junge E.T.A. Hoffmann-Forschung“ einzuladen. Als pandemiebewährtes Veranstaltungsformat soll dieser Workshop den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, eigene Arbeiten vorzustellen und von erfahrenen Hoffmann-Forscher:innen Feedback zu bekommen. Anders als beim jährlichen Forschungsforum, das zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2023 stattfinden wird, fokussiert dieses Online-Kolloquium dezidiert studentische Arbeiten.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Master- und Promotionsstudierende sowie fortgeschrittene Bachelorstudierende, die ihre Forschung zu E.T.A. Hoffmann präsentieren wollen. Dabei können sowohl „Works-in-Progress“ vorgestellt werden als auch fertige Abschlussarbeiten. Je nach Stand der Arbeit dient das Kolloquium entweder der Verfeinerung bisheriger Thesen oder als Konkretisierung von Arbeitsergebnissen zur strategischen Weiterarbeit, vor allem hinsichtlich einer Veröffentlichung. Es können Abschluss- und Qualifikationsarbeiten vorgestellt werden, die sich mit E.T.A. Hoffmanns Person, seinem Werk oder seiner Rezeption befassen. Arbeiten aus Literatur-, Kunst-, Film- oder Musikwissenschaft werden ebenso gerne gesehen wie künstlerisch-kreative Projekte. Präsentationen, die sich nur mit der Romantik oder anderen Zeitgenoss:innen Hoffmanns befassen, werden nur unter Umständen berücksichtigt.

Plätze sind auf 3-4 Teilnehmende limitiert. Je nach Nachfrage kann auch ein zweites Kolloquium angeboten werden. Allen Teilnehmenden wird eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft in der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft für das Jahr 2023 gewährt. Vorteile der Mitgliedschaft sind regelmäßige Einladungen zu Veranstaltungen sowie der kostenlose Erhalt aller Publikationen der Gesellschaft, die 2023 erscheinen, einschließlich des Hoffmann-Jahrbuchs.

Um an dem E.T.A.-Hoffmann-Forschungsforum teilzunehmen, genügt bei Interesse ein maximal 1-seitiges Exposé Ihres Projekts sowie eine kurze biographische Notiz. Einsendeschluss ist der 14. Februar 2023. Alle Einsendungen sowie inhaltliche und organisatorische Fragen richten Sie bitte an Dennis Schäfer.

Das Forschungskolloquium findet am 14. April 2023 via Zoom statt.

Einsendeschluss am 14. Februar 2023.

 

Neuerscheinung: Tünde Paksy: Raumpoetik und Doppelgängermotiv in E.T.A. Hoffmanns Roman „Die Elixiere des Teufels“. Peter Lang 2022.

Ein Beitrag von Benjamin Schlodder

Gerade noch im E.T.A. Hoffmann Gedenkjahr ist die Monographie Raumpoetik und Doppelgängermotiv der ungarischen Germanistin Tünde Paksy zu Hoffmanns Elixieren des Teufels erschienen. Die bei Peter Lang publizierte Arbeit fokussiert sich auf die Präzisierung des gängigen Verständnisses des Romans, die Beschreibung des vollständigen Doppelgängernetzes sowie auf den Aspekt des Raums in den verschiedenen Ebenen des Texts. Der Verlag selbst schreibt zu der Veröffentlichung:

 

Das Buch untersucht E.T.A. Hoffmanns Roman Die Elixiere des Teufels. Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus eines Capuziners mit dreifacher Zielsetzung: Zum Ersten präzisiert es anhand einer eingehenden textnahen Lektüre das gängige Verständnis des Texts in mehreren Punkten. Zum Zweiten ergänzt es die bisherige Forschung zu den Elixieren dahingehend, dass es über die Doppelgängerbezüge der Titelfigur hinaus das gesamte, vielfältige und mehrschichtige Doppelgängernetz beschreibt. Zum Dritten untersucht es den Aspekt des Raums auf verschiedenen Textebenen und prüft, wie von den konkreten Raumelementen und räumlichen Gegebenheiten der Geschichte auf die abstrakte semantische Struktur geschlossen werden kann.

 

Tünde Paksy studierte Germanistik an der Universität Debrecen (Ungarn), wo sie auch promovierte. Sie ist als wissenschaftliche Oberassistentin am Lehrstuhl für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Miskolc (Ungarn) tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind E.T.A. Hoffmanns literarisches Werk, Narratologie und Untersuchungen zu Literaturverfilmungen.

Programm Programm Programm – Unheimlich Fantastisch – November 2022 bis Februar 2023

Ein Beitrag von Celina Imm – Social-Media-Managerin ETAH2022

Unsere Ausstellungen in Bamberg und Berlin haben ihre Pforten geschlossen und auch wenn das E.T.A. Hoffmann Jahr sich langsam dem Ende zuneigt, unser Programm ist noch lange nicht erschöpft. Um es mit Hoffmann zu sagen: „Der Spätherbst hält nicht nur in Berlin noch einige schöne Tage bereit“ – Die neuen Programm-Hefte sind da und sie sind auch noch bis spät in den Winter herein mit schönen, spannenden und fantastischen Events gefüllt. Theatervorstellungen, Konzerte, Lesungen und last but not least: das unheimlich fantastische Begleitprogramm der am 23. November eröffneten Jubiläumsausstellung „Unheimlich Fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022“ im Romantik-Museum in Frankfurt am Main. Wir freuen uns weiterhin über zahlreiche Besucher:innen und wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken!

Besten Dank wie immer an das Grafikbüro Basics09 für die wunderbare Gestaltung der Programmhefte.

Die Programmhefte liegen in der Staatsbibliothek zu Berlin, in der Staatsbibliothek Bamberg und dem Deutschen Romantik-Museum in Frankfurt am Main sowie bei anderen veranstaltenden Institutionen für Sie aus. Falls Sie noch kein Exemplar in Ihren Händen haben, können Sie hier virtuell das Programm durchforsten oder Sie schauen in unseren Online-Kalender, den wir für Sie ständig aktualisieren. Dort finden Sie eventuelle Änderungen und Links zu den Veranstaltungsorten.

Call for Papers: E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 31

Das E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch bietet ein Forum für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zum Werk E.T.A. Hoffmanns sowie zur Literatur und Kultur der (europäischen) Romantik. Ebenfalls publiziert werden Beiträge zur internationalen Rezeption Hoffmann’scher Texte in der Literatur der Gegenwart, aber auch in anderen Medien wie dem Theater, dem Film oder der Oper bzw. in der Musik im Allgemeinen. 1992 als Nachfolger der Mitteilungen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft von Hartmut Steinecke, Franz Loquai und Steven Paul Scher begründet, entwickelte sich das Periodikum im Verlauf der letzten dreißig Jahre zu einem der wichtigsten Publikationsorte für die internationale Hoffmann-Philologie. Aktuelle Herausgeber*innen sind Claudia Liebrand (Köln), Harald Neumeyer (Erlangen-Nürnberg) und Thomas Wortmann (Mannheim). Das Jahrbuch erscheint im Auftrag der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft beim Erich Schmidt Verlag Berlin; die Redaktion des Jahrbuchs ist am Lehrstuhl für Allgemeine Literaturwissenschaft und Medientheorie an der Universität zu Köln angesiedelt.

Für die Ausgabe 31 (2023) des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs werden Beiträge gesucht. Das thematische Feld ist dabei bewusst breit gehalten: Neben editionsphilologischen und literarhistorischen Beiträgen sind ebenso Texte erwünscht, die Hoffmanns literarisches, bildkünstlerisches und kompositorisches Werk auf der Basis aktueller literaturtheo­retischer Strömungen (Animal Studies, Ecocriticism, Gender & Queer Studies, ANT, Material Studies etc.) neu perspektivieren. Auch (medien-)komparatistische Beiträge sind willkommen, die Hoff­manns Arbei­ten in einen (welt-)literarischen Kontext setzen oder aber aktuelle Adaptionen Hoffmann’scher Texte in anderen Medien (im Theater, in der Oper, als Graphic Novel etc.) analysieren. Gesucht sind Beiträge, die sich außerhalb der ein­ge­laufenen Pfade der Forschung bewegen und Neues zu viel beforschten Texten zu sagen haben oder auch jene am Rande gelegenen Texte, Zeichnungen und Kompositionen Hoffmanns in den Blick nehmen, denen die Forschung bisher nur wenig Interesse entgegen gebracht hat. Beiträge aus der Musikwissenschaft, der Theater- und Filmwissenschaft oder der Kunstgeschichte sind deshalb ebenfalls willkommen. Nachwuchswissenschaftler*innen sind explizit zur Einreichung von Beiträgen aufgerufen.

Aufsätze auf Deutsch und Englisch können bis 15. Februar 2023 an Prof. Dr. Claudia Liebrand (c.liebrand@uni-koeln.de) geschickt werden. Die Beiträge werden von den Herausgeber*innen und bei Bedarf durch die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates des Jahrbuchs geprüft. Eine Entscheidung über die Aufnahme erfolgt zeitnah.

 

Heft für Schulen zur Ausstellung „Unheimlich Fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022“ erhältlich!

Zeitgenosse Hoffmann – Im Spannungsfeld von automatisierter und künstlerisch-individueller Musikproduktion

Symposium anlässlich des E.T.A. Hoffmann-Jahres

Musikinstrumenten-Museum Berlin und online 11. bis 12. November 2022

Das poetische Schaffen E.T.A. Hoffmanns hat bis in die Gegenwart Generationen von Künstler:innen aller Sparten inspiriert. Anlässlich seines 200. Todesjahres widmet sich das Symposium des Staatlichen Instituts für Musikforschung PK einerseits der Rezeption Hoffmanns in Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts und verfolgt andererseits seine ambivalente, zwischen Anziehung und Unbehagen fluktuierende Faszination für musikalische Automaten, wie sie z. B. in seinen Erzählungen Der Sandmann oder Die Automate aufscheint.

11. November, 13–19.30 Uhr

E.T.A. Hoffmann-Rezeption im 20./21. Jahrhundert

HOFFMANN, BUSONI UND DER STOFF ZU ›DIE BRAUTWAHL‹
13:15 bis 14:45 Uhr
Chair: Thomas Ertelt

INSZENIERUNGEN DES RATIONALEN UND IRRATIONALEN
15 bis 16:30 Uhr
Chair: Conny Restle

TRANSMEDIALE FORMEN DER REZEPTION
17 bis 18 Uhr
Chair: Heinz von Loesch

WERKSTATTGESPRÄCH MIT JONATHAN ANER (OBERON TRIO) UND ABSCHLUSSDISKUSSION
18 bis 19:30 Uhr

12. November, 13–19.30 Uhr

Im Spannungsfeld von automatisierter und künstlerisch-individueller Musikproduktion

AMBIVALENZ DER MUSIKAUTOMATEN (I)
13 bis 14.30 Uhr
Chair: Rebecca Wolf

AMBIVALENZ DER MUSIKAUTOMATEN (II)
15 bis 16 Uhr
Chair: Jo Wilhelm Siebert

MUSIK UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ZWISCHEN UTILITÄT UND UNBEHAGEN
16.15 bis 17.45 Uhr
Chair: N. N.

KEYNOTE UND ABSCHLUSSDISKUSSION
18 bis 19:30 Uhr
Boris Voigt: Das Problem der Täuschung in der musikalischen Nutzung von KI

 

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier