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Schlagwortarchiv für: Neuerscheinung

Veröffentlichung französischer Analysen von E.T.A. Hoffmanns Fantasiestücken

05.10.2021/0 Kommentare/in Neuerwerbungen/von Henny Levin
Neuveröffentlichung „Nouvelles Lectures des Fantasiestücke d’E. T. A. Hoffmann“ (Analysensammlung zu E.T.A. Hoffmanns Fantasiestücken)

Diese Ausgabe präsentiert eine Vielzahl von Analysen der Fantasiestücke Hoffmanns, dessen künstlerisches Schaffen essentieller Bestanteil der literarischen und kulturellen Entwicklung der Europäischen Romantik war. Inbegriffen sind Beiträge sowohl auf Französisch, als auch auf Deutsch.

Die kontinuierliche Hoffmann-Forschung zeigt noch immer, wie erzählerisch Hoffmanns Kunst, sowohl visuell, als auch klanglich, ist und somit eine Vielzahl Musiker:innen und zeitgenössische Grafikdesigner:innen bis heute inspiriert.

Denn schon allein Hoffmanns Literatur ist ein multidimensionales Medium mit Ironie, Witz und Fantasie, das Komik und Groteske weckt und den Akt des künstlerischen Schaffens zu einer lebendigen Energie macht, die der Künstler seinen Leser:innen vermitteln möchte.

Die Herausgeber:innen dieses Bandes möchten den Leser:innen helfen eben diese Energie für sich selbst zu entdecken und sie dazu animieren sich von Hoffmanns Fantasie inspirieren zu lassen.

Herausgeber:innen dieses Bandes sind: Ingrid Lacheny, Dozentin an der Universität von Lorraine (Metz) und Mitglied von CEGIL; Alain Muzelle, emeritierter Professor der Universität Lorraine (Nancy) und Mitglied von CEGIL; René-Marc Pille, Professorin an der Universität Paris 8 und Mitglied von l’UR « Les mondes allemands: histoire des idées et des représentations »; Frédéric Teinturier, Dozent an der Universität von Lorraine (Metz) und Mitglied von CEGIL.

Weitere Informationen finden Sie hier.

In Kürze wird das Werk auch in unserem Bestand vorhanden sein.

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/FantasiestueckeVeroeffentlichungNEU.png 465 858 Henny Levin https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Henny Levin2021-10-05 15:47:372026-06-24 09:57:18Veröffentlichung französischer Analysen von E.T.A. Hoffmanns Fantasiestücken

Neuerscheinungen der Herausgeber Jörg Petzel und Bernd Hesse

04.10.2021/0 Kommentare/in News/von Henny Levin

E. T. A. Hoffmann / Jörg Petzel (Hrsg.) / Bernd Hesse (Hrsg.):

Mit dem Kopf im Himmel und Füßen auf der Erde. Texte eines Universalkünstlers

Marix Verlag – 368 Seiten, mit s/w Abbildungen, Klappenbroschur

E.T.A. Hoffmann. Ein Lebensbild in Anekdoten

Eulenspiegel Verlag – 128 Seiten, gebunden

Sowohl ein Lesebuch, eine Werksammlung der Erzählungen, Märchen und Romane Hoffmanns, als auch eine Darstellung seines künstlerischen Schaffens in Anekdotenformat sind nun im Buchhandel erhältlich. Auch in der Staatsbibliothek zu Berlin werden sie bald zur Ausleihe verfügbar sein.

Beide Bände stellen die Vielseitigkeit von Hoffmanns Leben dar, welche sein Privatleben und seine berufliche und künstlerische Beschäftigung gleichermaßen prägte. So wird auch die Werksammlung „Mit dem Kopf im Himmel und Füßen auf der Erde, Texte eines Universalkünstlers“ nicht nur von seiner Literatur, sondern auch von seinen Karikaturen gefüllt, die er meist schelmisch unter Briefe zu malen pflegte. (Link zum StaBiKat)

Hingegen beschäftigt sich der Band „E.T.A. Hoffmann, ein Lebensbild in Anekdoten“ mit der Frage: „Wer war dieser einzigartige Dichter E.T.A. Hoffmann?“ und soll den interessierten Leser:innen einen speziellen, so faktentreuen wie amüsanten Blick auf seine Biografie anbieten. (Link zum StaBiKat)

Bernd Hesse/ Jörg Petzel: E.T.A. Hoffmann. Ein Lebensbild in Anekdoten

E.T.A. Hoffmann Lesebuch Prospektankündigung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In einem Video-Interview teilen die beiden Herausgeber ihre Begeisterung für Hoffmann, präsentieren ihre zwei neuen Veröffentlichungen und lesen kurze Ausschnitte daraus vor – was Sie am Freitag, den 8. Oktober im Fritz-Reuter-Museum auch live genießen können.

Jörg Petzel, Diplom-Germanist, Literaturwissenschaftler und Historiker. Mitherausgeber von E.T.A. Hoffmanns Sämtlichen Werken im Deutschen Klassiker Verlag 1985–2004. Seit 2007 Vizepräsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. 2018 erschien sein Frankfurter Buntbuch Teufelspuppen, brennende Perücke, Magnetiseure, Hüpf- und Schwungmeister. E. T. A. Hoffmann in Berlin.

Bernd Hesse, Dr. jur. und Dr. phil, arbeitet als Rechtsanwalt und Autor zahlreicher Kriminalromane. 2009 erschien sein Buch Reflexion und Wirkung der juristischen Tätigkeit im Werk E. T. A. Hoffmanns.

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/HoffmannCoverMarixVerlag-2.png 454 808 Henny Levin https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Henny Levin2021-10-04 14:47:352026-06-24 09:57:19Neuerscheinungen der Herausgeber Jörg Petzel und Bernd Hesse

Neuerscheinung: Benedetta Saglietti: La quinta sinfonia di Beethoven recensita da E.T.A. Hoffmann

25.09.2020/0 Kommentare/in Neuerwerbungen/von Marion Manns
Benedetta Saglietti: La quinta sinfonia di Beethoven recensita da E.T.A. Hoffmann.
Nel regno dell’infinito. Con un dialogo tra l’autrice e Riccardo Muti. Donzelli editore Roma 2020.

Im Mai erschien im italienischen Verlag Donzelli editore Roma die Rezension E.T.A. Hoffmanns zu Beethovens Fünfter Symphonie erstmalig in italienischer Sprache – übersetzt und kommentiert von der Musikhistorikerin Benedetta Saglietti. Ergänzt wird diese durch Zeugnisse zur Uraufführung, Schriften von Hector Berlioz und Johann Friedrich Reichardt, sowie einen Dialog der Autorin mit dem Dirigenten Riccardo Muti. In Kürze werden Sie diesen besonderen Band auch bei uns im Bestand finden. Bis dahin können Sie weitere Informationen, Rezensionen und Pressestimmen auf der Verlags-Website entdecken. Und hier schon einmal die Verlagsankündigung mit einigen Hintergrundinformationen:

„Beethovens Fünfte Symphonie ist eines der wichtigsten und bekanntesten Werke in der Musikgeschichte: sobald man davon spricht ertönt in unserem Kopf sofort sein prägnantes Anfangsmotto. Doch wie in diesem Buch erzählt wird, ist die Komposition auf sehr seltsame Weise berühmt geworden.

Die Geschichte der Fünften Symphonie begann am 22. Dezember 1808 in Wien, als sie unter unzähligen anderen Stücken zum ersten Mal in einem ebenso berühmten wie unglücklichen Konzert aufgeführt wurde. Die Schwierigkeit der Musik, eine unzureichende Anzahl von Proben, die Länge des Programms und die Kälte des Theaters führten dazu, dass das Konzert in einem Fiasko endete.

Obwohl Beethoven bereits ein berühmter Komponist war, schrieb ein Rezensent: „Niemand ist Prophet in seinem eigenen Land“. Beethoven wurde sehr wütend. Er befürchtete, dass Journalisten andere negative Artikel über seine Werke schreiben würden. Aber er hat sich gründlich geirrt. Sieben Monate nach dieser Uraufführung schickte Johann Friedrich Rochlitz, der Direktor des wichtigsten deutschen Musikmagazins (die Allgemeine musikalische Zeitung), die Reduktion der Symphonie für vier Hände nach Bamberg und bat einen seiner damals unbekannten Mitarbeiter, E.T.A. Hoffmann, um eine Rezension.

E.T.A. Hoffmann war es der zuerst erkannte, dass die Fünfte Symphonie zweifelsohne ein Meisterwerk war, erklärte dies laut in einem langen Aufsatz und bestimmte so das Schicksal dieses außergewöhnlichen Werkes. Wie die umfangreiche mehrsprachige Bibliographie zeigt, spielt die Rezension von E.T.A. Hoffmann eine zentrale Rolle in der Geschichte der Musikrezeption.
Bis jetzt in seiner integralen Form in Italien unveröffentlicht, erscheint diese Rezension, die zu den inspiriertesten aller Zeiten gehört, schließlich in italienischer Sprache – übersetzt und kommentiert von der Musikhistorikerin Benedetta Saglietti – zusammen mit anderen Zeugnissen über die Uraufführung und die Schriften von Johann Friedrich Reichardt und von Hector Berlioz. Diese Reise durch die fünfte Symphonie wird vom Dirigent eröffnet, der im Dialog mit der Autorin den Standpunkt des Interpreten verkündet.

Benedetta Saglietti: La quinta sinfonia di Beethoven recensita da E.T.A. Hoffmann.

 

Benedetta Saglietti ist eine vielseitige Forscherin. Sie ist Musikhistorikerin und Doktorin in Geschichte der Frühen Neuzeit sowie anerkannte Expertin für musikalische Ikonographie. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören: Beethoven, ritratti e immagini (Edt-De Sono, 2010); sie ist Herausgeberin von Una visita a Beethoven (La scuola di Pitagora, 2014) und mit G. Satragni von Strawinski von Alfredo Casella (Castelvecchi, 2016), neben anderen Aufsätzen und wissenschaftlichen Rezensionen. Sie nahm als freie Autorin am Sammelkatalog Ludwig van. Le mythe Beethoven (Gallimard, 2016), die große Ausstellung der Philharmonie de Paris, teil. Zusammen mit V. Manchia entwarf sie die virtuelle Choreografie von Schönbergs Pierrot Lunaire in Massins typografischer Transkription, die beim Stresa Festival 2018 uraufgeführt wurde. Sie ist tätig als Musikkritikerin und Digitalstrategin.“

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/banner-saglietti_zugeschnitten.jpg 391 845 Marion Manns https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Marion Manns2020-09-25 13:50:542026-06-24 09:57:24Neuerscheinung: Benedetta Saglietti: La quinta sinfonia di Beethoven recensita da E.T.A. Hoffmann

Rezension zu Klaus Kanzog: E.T.A. Hoffmann und Heinrich von Kleist. Textbeobachtungen und Spurenelemente

08.07.2020/0 Kommentare/in Neuerwerbungen/von Marion Manns

Gastbeitrag von Prof. Dr. Anne Fleig, Freie Universität Berlin

Automaten und Doppelgänger, Traum und Somnambulismus lauten die Stichworte, die viele Leserinnen und Leser mit den Namen Kleist und Hoffmann verbinden. Auch die Forschung hat diese gemeinsamen Motive und Themen immer wieder behandelt. Hoffmann ist zudem einer der wenigen Zeitgenossen, der sich mehrfach anerkennend über den „herrlichen Kleist“ geäußert hat – so in einem Brief an Julius Hitzig vom 28. April 1812. Vor diesem Hintergrund zielen die „Textbeobachtungen“ von Klaus Kanzog darauf, „Spurenelemente“ einer affektiven Gegenwärtigkeit Kleists in Hoffmanns Schreiben herauszustellen, eine Gegenwärtigkeit, die immer wieder als Impuls für Hoffmann wirkt.

In vier Abschnitten folgt der Verfasser ausgedehnten Lektüren, die mit Hoffmanns vielfachen Bezugnahmen auf Kleists bekannte Erzählung Die Marquise von O… einsetzen und überzeugend Gemeinsamkeiten und Unterschiede im dialogischen Moment des Erzählens, in der Kommunikation mit dem Berliner Publikum, aber auch in der Auffassung des Themas herausstellen, die sich noch in der politischen Auseinandersetzung mit verschiedenen europäischen Befreiungskämpfen zeigen.

So verdeutlicht bereits das erste Kapitel die besondere Anziehung Hoffmanns durch einzelne Texte Kleists, die die folgenden drei kürzeren Abschnitte an weiteren Beispielen orchestrieren. Kleists Schreiben wirkt affizierend auf Hoffmann und bewegt ihn immer wieder zu eigenen Produktionen, sie führt Kanzog zufolge aber auch zu Reminiszenzen an besonders starke Aspekte oder Figuren wie anhand von Kleists Essay Über das Marionettentheater, dem Käthchen von Heilbronn und Michael Kohlhaas illustriert wird.

Der letzte Abschnitt gilt den beiden Autoren als „Preußen“, denn beide waren nicht nur gleichaltrig und durch die napoleonische Eroberung Europas geprägt, sie waren beide zumindest zeitweise preußische Staatsbedienstete und gerieten mit der Zensur in Konflikt: Hier sieht der Verfasser ein gemeinsames Rechtsbewusstsein am Werk, das auch Figuren wie Kohlhaas oder Meister Floh auszeichnet.

Der Band bietet immer wieder interessante Einsichten in die Texte von Kleist und Hoffmann und vermag durchaus ein Moment der Faszination zu vermitteln. Die vergleichenden Lektüren führen zu langen Textbeschreibungen, die nur sehr punktuell auf die umfangreiche Forschung zu beiden Autoren Bezug nehmen. Der Ertrag dieser „Textbeobachtungen“ liegt denn auch wesentlich darin, Wege für weitere Lektüren und vergleichende Analysen gespurt zu haben, um der affektiven Dimension der Bezugnahme Hoffmanns auf Kleist nachzugehen. Diese zeigt sich in einer zuerst impulsgebenden Faszinationskraft und dann anhaltenden Bindung Hoffmanns an Kleist, die sich noch im Aufbegehren gegen die preußische Obrigkeit manifestiert.

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Hensel_Kleist_Blog.jpg 475 845 Marion Manns https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Marion Manns2020-07-08 08:07:132026-06-24 09:57:24Rezension zu Klaus Kanzog: E.T.A. Hoffmann und Heinrich von Kleist. Textbeobachtungen und Spurenelemente

Neuerscheinung: E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften

29.05.2019/0 Kommentare/in Neuerwerbungen/von Ursula Jäcker

 

E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften. Herausgegeben von Tiziana Corda / Jörg Petzel. Würzburg: Königshausen & Neumann 2018. 168 S.

Ende Dezember 2018 erschien der Tagungsband E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften.

Der Band enthält elf überarbeitete Vorträge namhafter Germanisten und Komparatisten, die 2017 bei der Berliner Tagung E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften referiert haben. Die Beiträge eröffneten neue, interessante Erkenntnisse und Anregungen über E.T.A. Hoffmanns Literarisierung von deutschen und italienischen Landschaften und Städten – Berlin, Rom, Neapel.

Berlin, das in mehreren Erzählungen – von Ritter Gluck über Das öde Haus bis hin zu Des Vetters Eckfenster – die historische Kulisse für Hoffmanns Stadtbeschreibungen darstellt, wird in allen Facetten beleuchtet.

Die preußische Hauptstadt, die um 1800 mit ihrem rasanten Bevölkerungswachstum zum beliebten Reiseziel wurde, erscheint in Hoffmanns Werk als Mikrokosmos und als Bündelung der Vielfalt auf kleinem Raum. Die Großstadt im Umbruch wird mit seinen düsteren und hellen Bruchstücken dargestellt. Gespensterhäuser (Das öde Haus), Weinkeller (Die Brautwahl), Gartenlokale (Ritter Gluck, Aus dem Leben dreier Freunde) mit einem bürgerlichen Publikum und grotesk wirkenden Außenseitern bilden das neue Szenario dieser Stadt. Der Antisemitismus, der sich seit den Befreiungskriegen gegen Napoleon in Preußen ausgebreitet hatte und der ein wichtiges Motiv in Erzählungen wie Die Brautwahl, Die Irrungen / Die Geheimnisse ist, wird unter Einbeziehung antisemitischer Literatur wie Carl Sessas Stück Unser Verkehr sowie Wilhelm d’Elpons Erzählung Herz der Große beleuchtet.

Anders als viele seiner Zeitgenossen ist Hoffmann bekanntlich nie in Italien gewesen und musste, mangels eigener Erlebnisse und Erfahrungen, mit zeitgenössischen Quellenwerken arbeiten. Die Stadt Rom fasziniert Hoffmann als teatro mundi und wird in seinen Erzählungen Prinzessin Brambilla und Signor Formica mithilfe literarischer Quellen wie u.a. Reisen eines Deutschen in Italien von Karl Philipp Moritz und Das Römische Carneval von Johann v. Goethe zum Schauplatz theatralischer Inszenierungen.

Kaum eine andere italienische Stadt ist in Hoffmanns Werk so präsent und so strukturprägend wie Neapel, die Stadt unter dem Vulkan. Das italienische Lokalkolorit und vor allem die für die Zeit typische und klischeehafte dargestellte Italianität besitzen in einigen Erzählungen (Ignaz Denner, Kater Murr) eine neapolitanische Prägung, die sich als ausschweifende heidnische Lebensart offenbart.

Der einführende Beitrag dieses Tagungsbandes Unter dem Vulkan. Goethe, de Sade, E.T.A. Hoffmann vermittelt die Faszination für den Vesuv als mysteriös-unheimliche Brutstätte und betont zugleich den interdisziplinären Charakter.

Im Kontrast zu Hoffmann und seinem Werk kommen in zwei Beiträgen auch italienische und deutsche Dichter zu Wort, die lange oder zeitweilig in Italien lebten.

Ludwig Tieck unternahm von Sommer 1805 bis Sommer 1806 ein romantisches Wandern von Stadt zu Stadt; die berühmten Städte auf seinem Hin- und Rückweg – Venedig, Bologna, Florenz, Rom – hat er in seinen Reisegedichte[n] eines Kranken gewürdigt.

Alessandro Manzoni hat hingegen die Metropole Norditaliens, Mailand, als Ort der Handlung für seinen berühmten historischen Roman I Promessi Sposi (erste Fassung 1827) gewählt: die konkrete, rationale Stadtbeschreibung löst sich von der romantischen Topografie und kündigt bereits den literarischen Realismus an.

 

Inhaltsverzeichnis

Patrizio Collini (Florenz): Unter dem Vulkan: Hoffmann, Sade, Goethe

Matteo Galli (Ferrara): Effet du réel und inemendabilità: Realismus reloaded bei E.T A. Hoffmann

Joachim Küpper (Berlin): Das Mailand von Manzonis I Promessi Sposi

Tiziana Corda (Berlin): Rom als Schauplatz des theatralischen Erzählens: Signor Formica und Prinzessin Brambilla

Elena Agazzi (Bergamo): Das öde Haus im Zeichen der Fledermaus. Stadtgeschichten, Landgeschichten

Walter Schmitz (Dresden): Ludwig Tieck: Stadtbilder – Stadtentwurf – Stadtwirklichkeit

Elena Giovannini (Bologna):E.T.A. Hoffmanns Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde: düstere und helle Bruchstücke der Großstadt Berlin

Klaus Deterding (Berlin): Hoffmann, der Türmer

Giulia Ferro Milone (Verona): Weiblichkeitskonstruktionen in E.T.A. Hoffmanns Lebens-Ansichten des Katers Murr und Meister Floh

Jörg Petzel (Berlin): Antijüdische Affekte oder vermeintlicher Antijudaismus in E.T.A. Hoffmanns späten Almanach-Erzählungen

Claudia Albert (Berlin): Von der Brambilla zur Branzilla. Kunst und Künste in kleinen wie großen italienischen Städten

 

Gastbeitrag von Frau Dr. Tiziana Corda, Berlin

Mehr zur E.T.A. Hoffmann-Rezeption in Italien

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Stadtlandschaften_corda_petzel_978-3-8260-6609-2_7cM_beschnitten_Königshausen_Neumann.jpg 785 824 Ursula Jäcker https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Ursula Jäcker2019-05-29 06:26:302026-06-24 09:57:30Neuerscheinung: E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften

Rezeption in Italien – Neuerscheinung von Sandro M. Moraldo

22.06.2018/0 Kommentare/in News/von Ursula Jäcker

Im vergangenen Herbst veröffentlichte Sandro M. Moraldo den zweiten und letzten Band seiner italienischen Einführung in E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk E.T.A. Hoffmann. Vita e opere. I Racconti. Mailand: Vita e Pensiero 2017, der sich mit folgenden Erzählungen Hoffmanns befasst:

I. Fantasiestücke in Callots Manier (1814/1815)
II. Die Nachtstücke (1816/1817)
III. Die Serapionsbrüder (1819/1821)
IV. Späte Erzählungen (1822)

In einem erzählenden Ton wird dem italienischsprechenden Lesepublikum das Phantastische in Hoffmanns Erzählungen und deren Dualismus von Phantasie und Alltag, von Traum und Wirklichkeit nahegebracht. Sandro Moraldo beabsichtigt durch diese prägnante Einführung in Hoffmanns Werk, das Interesse für den genialen Dichter des Phantastischen auch in Italien wachzuhalten.

Einen ersten wichtigen Beitrag in dieser Richtung hatte der Autor, der als Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität „La Cattolica“ zu Mailand lehrt, bereits 2002 mit der Organisation einer italienisch-deutschen Tagung über „E.T.A. Hoffmann und Italien“ geleistet (Mailand, 2.–4. November 2002). Im selben Jahr erschien auch der Tagungsband Das Land der Sehnsucht. E.T.A. Hoffmann und Italien.

An diese Erfahrung knüpfte nach 15 Jahren als ideelle Kontinuität die deutsch-italienische Tagung E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften an, die am 1. und 2. Juni letzten Jahres in der Staatsbibliothek zu Berlin stattfand. Der vorgesehene Tagungsband wird im kommenden Herbst bei Königshausen & Neumann erscheinen.

Gastbeitrag von Frau Dr. Tiziana Corda, Berlin

Mehr zur E.T.A. Hoffmann-Rezeption in Italien

https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Paranesi_blog-Beitrag_Corda_beschnitten.jpg 500 997 Ursula Jäcker https://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/wp-content/uploads/Logo-Hoffmann-Portal.png Ursula Jäcker2018-06-22 07:31:482026-06-24 09:57:34Rezeption in Italien – Neuerscheinung von Sandro M. Moraldo
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